Archiv für die Kategorie 'Private Stuff'

Maya-Überschock - 0 

Uxmal, Kabáh, Labná, an einem Tag. Der Maya-Überschock (oder “uber-shock” wie der Gringo-Tourist sagt). Danach wollten wir noch die wichtigsten Stationen der “Ruta de los Conventos” anfahren, dazu noch eine kleine Tropfsteinhöhle. Wurde aber doch zu spät.

Bislang war es der schönste Tag diese Woche. Wieso? Ich habe das “wahre” Chichén Itzá gesehen, Uxmal nämlich. Noch so richtig im Dschungel, fast ohne weitere Besucher, und nur einem einzigen Touriführer, der in schlechtem Englisch so ziemlich alles erzählen kann - die Amis glauben’s eh. Zum Beispiel, dass die quaderförmigen Steine ein echtes Kunststück waren, präzise gehauen und von stille Zeugen einer verlebten (eher geschlachteten) Hochkultur. Nur die Älteren der Anwesenden erinnern sich wahrscheinlich an Ben Hur (aka Charlton Heston), oder an Kaiser Nero, auch bekannt unter seinem mondänen Namen Peter Ustinov. Aber was war schon das Alte Rom vor zweitausend Jahren gegen diese schiere Willenskraft der Maya, riesige Gebäude mit winzigen, kleingeteilten Räumen ohne Fenster zu bauen. Nur bei den kunstvoll verzierten Fassaden konnten die Europäer vielleicht - ich schreibe bewusst vielleicht - mithalten. Das mit den fehlenden Fenstern ist übrigens kein Witz. Befindet man sich in einem der schlecht belüfteten, noch schlechter belichteten Räume, wähnt man sich in einer Höhle. Es stinkt modrig, nicht nur in allen Ecken - überall - liegen Vogelexkremente (immerhin die reflektieren Licht), die Decken sind für den modernen Mann von 1,80 m Höhe nur in der Raummitte ausreichend. Behaglich ist das nicht. Ich würde da lieber in einer Hängematte zwischen zwei riesigen Bäumen meine Nacht verbringen (ähm, vielleicht in einigen Situationen nicht).

Uxmal ist so ziemlich, wie ich mir Tags zuvor Chichén Itzá vorgestellt hatte. Zwar ist der Eingangsbereich auch ausgebaut, aber längst nicht so ausgeprägt. Nach einer antiken Zisterne (Touriführer: “Ein wahres Kunstwerk, ein Meilenstein in der Technikentwicklung MIttelamerikas!”) baut sich gewaltig, ungewöhnlich rund, und etwas asymmetrisch die Sonnenpyramide auf. Fast so groß wie Chichzén Itzá, aber tausend Mal schöner, da von grünem Laub umgeben und nicht von bunt gekleideten Menschen. Unsere Entdeckungstour durch den schwülen Wald (es hat vor Kurzem erst geregnet, jetzt flimmert die Sonne durch die Wolken) führt uns an weitere geschichtsträchtige Orte. Genauere Infos gibt Wikipedia, ich möchte nicht rezitieren.

Wir laufen an einem alten Ehepaar vorbei, vielleicht ein deutsches, das nach Kanada auswanderte. Sie reden mal Englisch, mal Deutsch. Der Frau fehlt der rechte Arm. Sie essen ihre Stulle, und wir riechen die beißende, reizende Fäule aus den nahen Höhlenbauten. Dann weiter, vorbei an drei Sektenmitgliedern, die an diesem (ich spekuliere) energiegeladenen Ort ihr neuestes Mitglied einweihen. Vielleicht opfern sie sich danach kollektiv; besser wär’s. Was gibt’s noch? Viele Leguane, an einer Ecke zähle ich sieben. Welch magische Zahl. Vielleicht ist an den Energiefeldern doch was dran.

Der Ausblick auf die “unberührte” Natur vom Gipfel einer Pyramide ist meisterlich, wie im neusten Indy Jones (oder Jurassic Park); oder, wie in der Realität. Dann geht’s ab in unseren Jeep („Greens go!“ meine ich zu hören), und auf nach Kábah. Nicht weiter spektakulär, wir unterhalten uns über gleichzeitig Triviales und Wichtiges (wer es errät, kriegt ein T-Shirt geschenkt). Eigentlich ist auch diese Stätte spannend, aber wir haben Uxmal schon hinter uns. Auch Labná kann uns nicht wirklich begeistern, so studieren wir (ich sollte vielleicht erwähnen: Filip und ich) die Flora und Fauna dieser ausgedehnten archäologischen Stätte.

Dann aber eine Überraschung - das Tor von Labná. Solitär steht es da, von nichts umgeben als grün wuchernder Natur und einigen Schmetterlingen. In Jeans und Sneaker schreite ich durch, und fühle mich doch wie ein Entdecker.

Der Glöckner von San Antonio de Padua - 0 

Der Rückweg von Chichén Itzá war verregnet. Ich meine so richtig verregnet. Links und rechts neben der Straße schlugen die Bäume um sich, und Wassermassen verwandelten unser Auto in eine sonore Trommel.

Die Landschaft wurde immer dann interessant, als wir eines der kleinen Städte, eher Dörfer, passierten. Die Häuser sind wirklich ärmlich, und ich kann mir vorstellen, dass sich die Menschen ein Leben in Villareal, Mérida, oder noch weiter weg wünschen. Oder auch nicht. Etwas Malerisches haben diese Siedlungen allemal.

Unser Ziel auf dem Rückweg ist Izamal, eine alte Maya-Stadt aus dem fünften Jahrhundert. Die europäischen Missionare jedoch haben fast alles Antike zerstört und eigene Herrschaftssysmbole an ihrer statt errichtet. Am bemerkenswertesten ist das Kloster (”convento”) San Antonio de Padua, ein in ockergelb gehaltener Bau aus dem 16. Jahrhundert. Zu seiner Zeit hatte es wohl das größte Atrium der Welt. Zugegeben ist das etwas geschummelt. In Wirklichkeit handelt es sich um die äußere Mauer, die nach innen einige Meter überdacht ist. Bis auf diesen Bereich ist das Atrium nicht bepflastert, also eher ein Innenhof.

Gemeinerweise steht das Kloster exakt an der Stelle einer Maya-Pyramide, aber es geht noch fieser: Es wurde aus dem Steinen dieser Kultstätte errichtet. Das nennt man wahren, sprich ignoranten und überheblichen Kolonialismus.

Also besuchen wir im Regen San Antonio de Padua. Kaum betreten wir die Innereien dieses invasorischen Objekts, gesellt sich ein kleiner, älterer, sehr buckliger Mann zu uns. Er trägt eine braune Stoffhose und ein beiges Hemd, dazu eine goldene Uhr und eine passende Kette. Sein Gesicht ist nicht ganz symmetrisch, was das Klischee perfekt bedient. Etwas unverständlich fragt er Erika, ob wir Deutsche seien. Wir bejahen. Dann setzt er an, uns durch das Gebäude zu führen. Seine Formulierungen sind größtenteils unverständlich, eine gespentische Mischung aus Deutsch, Spanisch und Englisch. “Siebzehnhundertdreiundneunzig” kommt ihm wie alle anderen Jahreszahlen akzentfrei über die Lippen, genauso “Franziskaner” sowie andere Wörter und Satzbrocken. Vielleicht hat er vor langer Zeit gelernt, Führungen in mehreren Sprachen zu halten, und vermischt jetzt die Drehbücher. Oder aber er improvisiert und spricht tatsächlich Deutsch und Englisch. Der Mann führt uns Treppen hinauf und hinab, erläutert die verblassten Bemalungen an Durchgängen; schließlich kommen wir in einem purpurrot und golden verzierten Gebetsraum. Mitten in der Kargheit ein Raum wie aus einer Herrschaftsresidenz. Zum Schluss sehen wir das Kirchenschiff. Eine merkwürdige Führung.

Ein Mann und sein Motorrad

Ein verwilderter Innenhof

San Antonio de Padua

Siesta auf Mexikanisch

Tourifang Chichén Itzá - 0 

Heute in Chichén Itzá gewesen, und der Titel sagt vieles. Gestern erfuhr ich, dass es zu den “Neuen Weltwundern” gehört. Soso.

Das Frühstück heute morgen war ganz gut, ich hab so ein Spezialding, das nicht auf der Karte steht. Was heißt, dass ich das bekomme, was auf der Karte steht - und zwar alles.

Mit dem Taxi fuhren wir (also Erika, Filip und der Alex) zum Fiesta Americana zur Autovermietung. Filip hat einen Jeep Liberty klargemacht, 300 Euro für sieben Tage. Die Anmeldung war natürlich superkompliziert und mit vielen Formularen und einigen Unterschriften verbunden. Wir sind hier schließlich in Mexiko, nicht in Berlin-Tegel, wo eine Unterschrift und drei Minuten Aufmerksamkeit alles regeln. Am meisten nervte mich jedoch, dass der Verkäufer so tat, als verstünde ich kein Spanisch. Ich rede zwar miserabel, etwa auf dem Nivau eines Achtzigjährigen mit fortgeschrittener Demenz (vielleicht sollte ich “taubstumm” noch hinzufügen). Aber das heißt doch lange noch nicht, dass ich genauso aufnahmefähig bin.

In Mérida sind Tiefgaragen zwar auch unterirdisch, aber dennoch ist es warm. Wäre das Fiesta Americana ein Schiff, dann ist die Tiefgarage der Maschinenraum, oder wie das bei Schiffen eben heißt.

In den Maschinenraum stiegen wir ab, um unser Auto in Empfang zu nehmen. Es schimmerte weiß, war bullig, und versprühte ein klein wenig Männlichkeit. 3,7L stand auf der Plakette am Heck. Zwei von drei Lippenpaare formten sich zu einem Lächeln, vier von sechs Augen glänzten verloren.

Dann ging’s los, ab nach Chichén Itzá.

***

Am Montag, den 23. Juni besuchte ich einen Zulieferer, für meinen Job hier im Mexiko. Auf dem Weg dorthin gleitete mir das Handy aus der Hosentasche. Nicht weiter wild, hätte sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz nicht ein gelber Plastikbecher mit Kaffee befunden. Aus diesem Becher zog mein Kollege das Telefon raus. Zuerst wunderte ich mich darüber, dass er sein Handy im Kaffee aufbewahrt, dann - das ist ja meins! Da in Mexiko alles entweder pikant ist oder süß, war das kein Kaffee mehr, sondern dunkelbeiges Zuckerwasser. Dass Zucker in den Innereien eines Telefons nichts Gutes anrichtet, kann sich jeder denken. Abgesehen davon, dass es nach der Brühe roch. Wobei, angenehm war das auch nicht. Der Punkt ist, es blieb schwarz.

***

Auf dem Hinweg erhielt ich eine SMS. Mein Handy ging mittlerweile wieder an, am Mittwoch morgen befreite es sich pünktlich zur Abreise aus dem Zuckernetz. Wobei, nicht ganz: Die eins hatte Dauerkontakt, und einige Tasten gingen nicht. Ich glaube, noch nie zuvor für einen Satz so lange gebraucht zu haben.

Das Entertainment fand kein Ende. Vor uns erschien ein Polizeiauto, und wir durften erst Mal anhalten. Der Grund? Ein herannahmendes Peloton (eine Gruppe Radrennfahrer), das so langsam fuhr, dass ich mir sicher was, es handelte sich hier um die mexikanischen Meisterschaften. Kennt jemand einen mexikanischen Top-Rennfahrer? Ich nicht.

Als es weiterging, wurden wir einige Meter später wieder aufgehalten: korpulenter Mann auf Straße, Ambulanz, mehr Polizei, wild gestikulierende korpulente Helfer. Gehörte sicher zum Rahmenprogramm. Oder aber einer der Kameraleute ist von seinem Mofa gestürzt.

Nach bester Straßenunterhaltung kamen wir gutgelaunt in Chichén Itzá an. Mitten im Dschungel, unbefleckte Natur, richtig viele Lianen, der Eingang kaum zu erkennen. Und dann - dann baut sich die Pyramide mayaesthätisch majestätisch auf, darauf wartend, von mir erklommen zu werden.

Reality Check: Wir erreichen eine Schranke mit Wärterhaus, bekommen unseren Parkschein. Der Parkplatz erinnert mich an Fantasialand. Wir laufen an einem halben Dutzend Reisebussen vorbei, steigen die drei Treppen zum riesigen Eingangsbereich empor. Dort findet sich ein Restaurant, ein kleines Museum, der Tickerverkauf, ein Kaffeestand, ein Souvenirshop und die Eingangsdrehschranken. Wir kaufen die Tickets, binden uns die grünen Bändchen ums Ärmel und passieren zusammen mit einem Strom anderer Touris (ja, ich bin leider auch einer) die Zutrittskontrolle. Wer regelmäßig im Stadium ist, fühlt sich heimisch.

Auf dem Weg zur Pyramide passieren wir die ersten (zwar viele, aber nur die ersten) Souvenirverkäufer. Richtig aufdringlich sind die, bin ich von Mexikanern gar nicht gewohnt. Außerdem sehe ich Ameisen, die Blatt-Stückchen transportieren. Ein Ami sagt was von “American ants would never do that!”. Super.

Die Pyramide ist groß, aber durch die ganzen Touristen wirkt sie sehr profan. Das ist so wie der Reichstag: Von Weitem beeindruckend, tagsüber von Nahmen betrachtet nicht mehr so. Die wartenden Besucher machen die Atmosphäre kaputt. Deshalb bin ich dort erst ab halb zehn abends ganz gerne.

Was es sonst noch so gibt, lese ich mir im Reiseführer an und besuche es nachher, ganz interessant. Hinter der Allee der 1.000 Säulen (oder so) komme ich mit einer rumänischen Familie ins Gespräch. Aus Bucuresti. Die machen Urlaub in Yucatán, und ich merke, das mein lückenhaftes Spanisch meine lückenhaften Rumänisch-Kenntnisse überlagert hat. Und ich dachte, die würden sich schön nebeneinander zu einem lückenlosen Gesamtbild fügen.

“Very cheap, one piece one Dollar” lautet auf Spanisch übrigens: “Dos por diez, dos por diez, andale!”. Was auch das Prinzip der Verkäufer hier beschreibt: Sprichst du Spanisch, fällt der Preis schon um die Hälfte. Ich habe auch noch verhandelt, und zwei ganz nette Masken für einen Spottpreis erworben. Beim Einpacken gab’s sogar ein leises, aber umso hasserfüllteres “hijo de puta” gratis dazu.

Chichén Itzá

Die Pyramide von Chichén Itzá

Souvenirs, Souvenirs

Mérida, 14:15 Uhr, feucht - 0 

…und die Frisur sitzt.

Bin heute in Mérida gelandet, pünktlich um 13:40. Bis ich aus dem Flugzeug rauskam, mein Gepäck abgeholt habe und den Ausgang fand, dauerte es noch so eine halbe Stunde.

Dann kam er, der Feucht-Schock!

Bis dahin verbrachte ich meinen Tag sehr klimatisiert. Um 5:30 Uhr aufstehen, Sachen packen (ich pack doch nicht am Abend vorher), duschen, frühstücken, Taxi suchen. Bin mit meinem Koffer 200 Meter bis zur Ecke Zaragoza-Tecnológico gelaufen, dann in die Tecnológico eingebogen, bis zum Tope, direkt vor dem Oxxo. Dann kam mir ein gelber Tsuru entgegengefahren. Der Fahrer sah aus wie ein Professor; oder so, als würde Jack Nicholson einen Professor spielte, der Taxi fährt. Schwarze Anzugshose mit perfekter Bügelfalte, weißes kurzämliges Hemd, die ersten zwei Knöpfe offen. Auf dem Weg zum Busbahnhof unterhielten wir uns über Mozart und Beethoven, ich gab mein ganzes Wissen preis, was die 15 Minuten fast ausfüllte. Die restliche Zeit erzählte er mir davon, dass Yucatán eine der schönsten Gegenden der Welt sei (”una de las régiones más bonitas ¡del mundo!”), mit erhobenem Zeigefinger und - dazu passend - leicht erhabenem Blick. 40 Peso hat er mir abgenommen, absolut fair. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass zumindest in Querétaro die Taxen kein Taximeter haben.

Das Taxi war nicht klimatisiert, der Bus aber schon. Ich kam kurz vor 7:00 Uhr am Terminal an, und die Fahrkarte, die ich eben erwarb, führte mich zehn Minuten später in den Bauch eines Erste-Klasse-Reisebusses nach México City. Ich würde also deutlich zu früh am Flughafen ankommen.

Superentspannt checkte ich ein, und holte mein Ticket ab. Aeroméxico, Flug AM531, Abflug um 11:55 Uhr. Ich hatte also noch 80 Minuten. Also nochmal frühstücken, und den neuen Economist kaufen (für die astronomische Summe von 78 Peso). Titelthema: Erneuerbare Energien. Wirklich gut.

Der Flug verlief problemlos, in einer ziemlich neuen Boeing 737. Natürlich klimatisiert, alles andere hätte meinen Tod bedeutet. Ich war beim Landeanflug etwas überrascht, nicht direkt am Strand angekommen zu sein. Hatte ich erwähnt, mich keine Sekunde informiert zu haben? Mérida ist, soweit ich es überblicken konnte, von ausgedehnten Waldgebieten umgeben. Der Strand ist, wie ich später erfuhr, 35 km entfernt.

Der Feuchtschock also.

Ich schritt durch die Flughafentür wie durch ein Portal in eine andere Welt, die Feuchtigkeit und die Hitze, eine extreme Schwüle empfing mich wie einen ungebeten Gast. Das Taxi ins Zentrum, in mein Hotel (Ambassador, ganz okay), kostete mich 140 Peso, den offiziellen Flughafenpreis. Für fünf Kilometer oder so find ich das ein Statement.

Feucht hier, ist das immer so?, fragte ich den etwas dicklichen Taxifahrer, der mir versicherte: Ja, ist immer so.

Mein Hotelzimmer empfing mich mit zwei Betten und stehender feuchter Luft. Gleich mal die Klimaanlage eingeschaltet, die aber eher ein Ventilator in Klimaanlagengehäuse war. Also nicht so der Bringer.

Ich hatte mein Deutschland-T-Shirt aus dem Zara an, es war der Tag gegen die Türkei. Berlin brennt! Ab zu Filips Hotel, nur 300 Meter die Straße rauf, und nach dem Zimmer gefragt. An die Tür geklopft, Erika empfangen begrüßt, Filip begrüßt, Spiel geguckt. Oder zumindest, so viel es ging. Ein Tor hatte ich verpasst, das von Schweinsteiger bejubelt, dann kam eine Unterbrechung nach der nächsten. Aahh! Immerhin lief der Kommentar noch. Kurz: Fi-nale, oh-oh; Finale, oh-oh-oh-oh!

Später haben wir uns die Altstadt ein wenig angeschaut, ganz hübsch. Aber Querétaro find ich toller. Und in einem Restaurant gegessen, das teuer war, voller aggressiver Mücken, und schlechtes Essen servierte. Nicht zu empfehlen. An den Namen erinnere ich mich nicht mehr.

ich bin gespannt auf das Frühstück morgen.

Erika, Filip und ein Maya

Traditioneller Webstuhl

Eine Seitenstraße in Mérida

Europameisterschaft, und ich bin ausgeschlossen - 0 

Wieso findet die Europameisterschaft in Europa statt? Es könnte zur Abwechslung doch auch mal in Asien gekickt werden, oder in Südamerika. Immerhin heißt es, die “Euro” sei die einzig echte Weltmeisterschaft. Außerdem ist der französische UEFA-Präsident Michel Platini doch sonst so innovativ, den Gruppenmodus hat er schon Mal wunderbar verändert. Deutschland kann auf die guten Teams der Gruppen C und D erst ab dem Halbfinale treffen. Und wer bei Punktegleichstand weiterkommt, entscheidet nicht mehr die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich - so ein Käse. Ich prophezeihe Belauerungstaktik und viele späte Tore in der Gruppenphase. Die ersten vier Spiele jedenfalls zeigten in diese Richtung. Und Schland! hat gewonnen, mit Polen gegen Polen sozusagen.

Mein Tipp: Finale Deutschland - Niederlande, oder alternativ Deutschland - Rumänien. Die letzten sind heute dran, mit dem Kick-off der “Todesgruppe” C. Ach ja, Spanien wird wieder nichts reißen. Und Portugal scheidet spätestens im Viertelfinale aus. Italien hat Potenzial, wird sich aber Holland und Rumänien beugen müssen in der Gruppe. Frankreich? Nun ja, vorletzter EM-Platz, knapp vor den Österreichern.

Dummerweise werde ich kaum ein Spiel sehen können - muss arbeiten. Die frühen Spiele beginnen um elf, die späten um 13.45 Uhr. Ganz abgesehen davon, dass ich auf Fanmeile und Grillen verzichten muss. Immerhin habe ich ein Deutschland-Shirt, produziert von einem spanischen Unternehmen, dessen Namen mit “Z” beginnt und mit “A” endet; zwei weitere Buchstaben dazwischen. Todschick, sag ich euch. Vor allem in Verbindung mit meinem Deutschland-Hut von der WM. Nur fotografieren lassen möchte ich mich nicht. Offener Patriotismus ist sooo 2006.

Vom spannenden Geschehen ‘auffm Platz’ mal abgesehen - ist schon mal jemandem aufgefallen, dass 2008 das Jahr der Neo-Napoleons wird? Zuerst der kleine Nicolas mit toller PR, zwischendurch (jetzt) der kleine Michel mit der Euro, danach wieder Nicolas mit der EU-Ratspräsidentschaft. Ich hänge meine Fahne da hin, wo der Wind am lautesten bläst, und rufe (damit man mich hört): Allons, allons enfants! Et: Vive la France!
(Aber die Franzosen kommen dennoch nicht weiter. Bah!)




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