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	<title>Gitched!</title>
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	<pubDate>Fri, 10 Oct 2008 22:34:19 +0000</pubDate>
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		<title>Data Envelopment Analysis</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 20:13:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Healthcare Management]]></category>

		<category><![CDATA[benchmark]]></category>

		<category><![CDATA[data envelopment analysis]]></category>

		<category><![CDATA[DEA]]></category>

		<category><![CDATA[superefficiency]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Data Envelopment Analysis (DEA) ist eine pragmatische Methode, um die relative Effizienz im Rahmen von Benchmarks zu messen, selbst wenn nicht-monetäre Maßgrößen herangezogen werden.
Dieser Artikel wird zunächst ein Ziel festlegen. Anschließend wird die DEA in aller Kürze vorgestellt. Aufbauend auf diese Erkenntnisse wird ein Bewertungsschema entwickelt, das die gesammelten Rohdaten (hier nicht einsehbar) zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.gitched.de/wp-content/uploads/2008/10/data_envelopment_analysis_process.png"></a>Die Data Envelopment Analysis (DEA) ist eine pragmatische Methode, um die relative Effizienz im Rahmen von Benchmarks zu messen, selbst wenn nicht-monetäre Maßgrößen herangezogen werden.</p>
<p>Dieser Artikel wird zunächst ein Ziel festlegen. Anschließend wird die DEA in aller Kürze vorgestellt. Aufbauend auf diese Erkenntnisse wird ein Bewertungsschema entwickelt, das die gesammelten Rohdaten (hier nicht einsehbar) zu Informationen unterschiedlicher Art und Güte zu aggregieren imstande ist. Zum Abschluss werden erste gewonnene Informationen genutzt, um konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.</p>
<p><span id="more-55"></span></p>
<p><strong>Definitionen</strong></p>
<p>Ein Zwischenziel dieser Arbeit ist, die Effizienz des fiktiven eigenen Krankenhauses &#8220;A1&#8243; mit derjenigen der unmittelbaren Wettbewerber in der Region zu vergleichen (Benchmark). Hierzu muss jedoch Eindeutigkeit darüber bestehen, was in diesem Rahmen als &#8220;Effizienz&#8221; verstanden wird.</p>
<p>Zunächst ist festzuhalten, dass Benchmarks, die - wie im vorliegenden Fall - mit Kennzahlen arbeiten, nur <em>relative </em>Effizienzmaße liefern können:</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Diejenige Vergleichseinheit (hier ein Krankenhaus) mit den besten Ergebnissen wird als effizient bezeichnet.</span></p>
<p>Je nach Methode ist ist diese Referenz nicht real, sondern nur virtuell existent - indem sie die besten Eigenschaften aller tatsächlichen Krankenhäuser kombiniert. Alle anderen Krankenhäuser werden an dieser Referenz gemessen. Wir werden später sehen, dass diese Referenz im Rahmen der DEA nicht gleich ist für jedes zu vergleichende Krankenhaus. Vielmehr wird die DEA dazu führen, dass jedes Krankenhaus im &#8220;besten Licht&#8221; stehen wird. Dies ist zu beachten, wenn man die gewonnenen Informationen auswertet. Hierauf geht Gilles <em>(2005: 59f.)</em> genauer ein. Dennoch bleibt der relative Effizienzbegriff für die DEA gültig.</p>
<p>Einen absoluten Effizienzvergleich könnte man nur ziehen, wenn die Technologie vollständig funktional wiedergegeben werden könnte. Dies ist nur selten, und dann auch nur approximativ, möglich. Zum absoluten Effizienzbegriff sei auf Samuelson und Nordhaus<em> (1998: 37)</em> verwiesen.</p>
<p>Die obige Definition impliziert, dass klar ist, welche Ergebnisse wünschenswert sind. Da eine DEA mit Input- und Output-Beziehungen arbeitet, bedeutet &#8220;bestes Ergebnis&#8221; in diesem Fall:</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Dasjenige Krankenhaus, das die gegebenen Krankheitsfälle mit dem geringsten Ressourcenverbrauch bewältigt, liefert das beste Ergebnis in der Vergleichsgruppe.</span></p>
<p><strong>Die Data Envelopment Analysis (DEA)</strong></p>
<p><strong>Kurzübersicht</strong></p>
<p>Die Data Envelopment Analysis setzt eine Gruppe von Vergleichseinheiten mit identischen Input- und Outputvariablen in Beziehung zueinander, indem die relative Effizienz einer jeden Einheit berechnet wird; und zwar dergestalt, dass die Stärken jeder Vergleichseinheit mit maximalem Gewicht bewertet werden <em>(Best-Case-Philosophie, Gilles 2005: 55)</em>.</p>
<p>Hierzu wird implizit eine theoretische Produktionsfunktion (die <em>Hülle</em> oder <em>Envelope</em>) aus den gegebenen Input- und Output-Ausprägungen zusammengesetzt. Jede Vergleichseinheit, die sich &#8220;am äußeren Rand&#8221; dieser Funktion befindet, wird als <em>effizient im Rahmen dieses Vergleiches</em> bezeichnet. Das Ergebnis der Berechnung ist in diesem Fall (z.B.) die Zahl <em>1</em>. Alle anderen Einheiten sind ineffizient, wobei das Ergebnis kleiner <em>100% </em>ist und angibt, wie weit sich die Vergleichseinheit vom &#8220;äußersten Rand&#8221; befindet. Eine Vergleichseinheit mit dem Ergebnis <em>0%</em> würde dementsprechend den weitestmöglichen Abstand zum festgesetzten Optimum erreichen <em>(vgl. auch Charnes, Cooper und Rhodes, 1978: 436)</em>.</p>
<p>Formalisiert man diese Überlegungen, benötigt man zunächst folgende Variablen (alle Ausführungen in diesem Abschnitt beziehen sich auf <em>Gilles, 2005: 55-63</em>):</p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_ba249ace0e99fa2cb3d0c2b4f6861100.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\rho=1,\ldots,\pi\;\text{(Vergleichseinheiten)}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_20441abdde6c671e858b567ae7dc4a9b.png" align="absmiddle" class="tex" alt="i=1,\ldots,m\;\text{(Nummerierung der Eingabewerte)}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_a9563532014f9fd314257a01ff770458.png" align="absmiddle" class="tex" alt="x_{i}^{\rho}\;\text{(Eingabewert mit Index i f\"ur die Vergleichseinheit}\,\rho\text{)}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_124cfbabc16d2dc727b1da57af6067f0.png" align="absmiddle" class="tex" alt="y_{j}^{\rho}\;\text{(Ausgabewert mit Index j f\"ur die Vergleichseinheit}\,\rho\text{)}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_7df34590244b4e95a255b1bd82095eef.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\upsilon_{i}\;\text{(Gewichtung des Eingabewertes mit Index i)}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_99a23900bcd9f069208acbdd8a85915d.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\mu_{j}\;\text{(Gewichtung des Ausgabewertes mit Index j)}" /></code></p>
<p>Als Effizienzmaß wird der Quotient aus Summe der gewichteten Outputs und Summe der gewichteten Inputs bestimmt:</p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_e1e9460260b787b068bcefb5cccc2ca5.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\dfrac{Y^{\rho}}{X^{\rho}}=\dfrac{\sum_{j=m+1}^{m+n}\mu_{j}y_{j}^{\rho}}{\sum_{i=1}^{m}\upsilon_{i}x_{i}^{\rho}}" /></code></p>
<p>Wie bereits angerissen, werden die Gewichtungsfaktoren für jede Vergleichseinheit im Rahmen der DEA so zugewiesen, dass sie jeweils die individuellen Stärken am stärksten akzentuieren, deren Gewicht also maximieren; die Schwächen gehen dementsprechend mit dem kleinstmöglichen Gewicht ein.</p>
<p>Um diese Faktoren <code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_ebc313a5cd899ca1fe15e0f18616017a.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\upsilon_{i}" /></code> bzw. <code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_6075ff18cd2e5275cf6c3c1a74126e12.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\mu_{j}" /></code> zu berechnen, ist also für jede Vergleichseinheit gesondert ein Optimierungsproblem zu lösen. Wie in bereits angeführt, soll im konkreten Fall auf die Inputs abgestellt werden: Die Outputs sind exogen gegeben und sollen mit minimalem Ressourceneinsatz (Inputs) verwirklicht werden. Man spricht dann von einer <em>Inputorientierung</em>. Soll zudem die Zahl <em>1</em> als optimaler Wert gelten, erreicht man diese Inputorientierung, indem man erstens den obigen Quotienten auf maximal eins beschränkt und zweitens <code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_058bce26d0ecb892c442704d07aa5c34.png" align="absmiddle" class="tex" alt="X^{0}" /></code> (den aggregierten Input einer beliebigen betrachteten Vergleichseinheit <em>0</em>) auf die Zahl <em>1</em> normiert. Nutzt man diese Einschränkungen und transformiert man die Gewichtungsfaktoren geeignet (zum Vorgehen und den Vorteilen siehe auch <em>Charnes, Cooper und Rhodes, 1978: 431-434</em>), gelangt man zu folgendem Optimierungsproblem (aus Sicht einer beliebigen Vergleichseinheit <em>0</em>):</p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_309a0d3e3e29d185413de682879b259d.png" align="absmiddle" class="tex" alt="min_\lambda\,\theta^0\;\text{unter den Nebenbedingungen}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_3f5d13ce33d0234ba214b9479dbc3eaf.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\sum_{\rho=1}^{\pi}\lambda^{\rho}y_{j}^{\rho}\geq y_{j}^{0}\quad\forall\; j=m+1,\ldots,m+n" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_908eec398aee71fc1e118cff30a7dcaa.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\sum_{\rho=1}^{\pi}\lambda^{\rho}x_{j}^{\rho}\leq\theta^{0}x_{i}^{0}\quad\forall\; i=1,\ldots,m" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_190649eea342ea79d53a0c8f00fb1a15.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\lambda^{\rho}\geq 0\quad\forall\;\rho =1,\ldots,\pi" /></code></p>
<p>Ein kleines abstraktes Beispiel zur Verdeutlichung dieses Optimierungsproblems:</p>
<table style="width:140px;border:1px solid black; border-collapse: collapse; text-align:center" border="0" cellspacing="0">
<tbody>
<tr>
<th style="border:1px solid black; padding:1px">Index</th>
<th style="border:1px solid black; padding:1px">Input</th>
<th style="border:1px solid black; padding:1px">Output</th>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">200</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">2</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">300</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">800</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">3</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">500</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">900</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em>Tabelle 1</em></p>
<p>Die untersuchte Einheit sei diejenige mit dem Index 3. Dann ergibt sich folgendes Optimierungsproblem:</p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_5e164ebfc3641db8a696f063e224f600.png" align="absmiddle" class="tex" alt="min_\lambda\theta^{0}\;\text{unter den Nebenbedingungen}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_29c255f0d6caa47218467becdc3d94ea.png" align="absmiddle" class="tex" alt="200\lambda^{1}+800\lambda^{2}+900\lambda^{3}\geq 900" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_5328f7404437d35135af60d7d1a786c6.png" align="absmiddle" class="tex" alt="100\lambda^{1}+300\lambda^{2}+500\lambda^{3}\leq500\theta^{0}" /></code></p>
<p><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_2b6cb43c9c124c79470185116d3552c1.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\lambda^{1}\geq 0\wedge \lambda^{2}\geq 0 \wedge \lambda^{3}\geq 0" /></code></p>
<p>Lautet das Ergebnis <code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_2b4540ff620194c4635981d4dc877148.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\theta^{0}=100\%" /></code>, so ist die Vergleichseinheit effizient. Bei einem Resultat von <code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_0e5d4246188e06de9d50e1edf22688ff.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\theta^{0}=40\%" /></code> müsste sie den Ressourceneinsatz um 60% senken, um im Rahmen der Vergleichsgruppe effizient zu sein. Aus der Tabelle erkennt man leicht, dass der Maßstab die Einheit mit Index 2 ist und diejenige mit Index 3 am schlechtesten abschneidet.</p>
<p>Auf die konkrete Lösung dieser Ungleichungen sei aus Platzgründen verzichtet.</p>
<p><strong>Unterschiedliche Akzentuierungen innerhalb der DEA</strong></p>
<p>Das Optimierungsproblem kann aus der Quotientenform heraus mit unterschiedlichen Prämissen und Schwerpunkten formuliert werden. In der soeben formulierten Version geht man davon aus, dass <em>konstante Skalenerträge</em> realisiert werden können. Mit anderen Worten: Im Rahmen der beschriebenen Technologie folgt aus einer Halbierung des Inputs eine Halbierung des Outputs, sofern man sich am &#8220;effizienten Rand&#8221; befindet. Nun kann es aber sein, dass durch Fixkostenblöcke, natürlichen Ressourcenbeschränkungen oder anderen Faktoren diese<em> Linearität</em> in der Realität nicht aufrecht erhalten werden kann.</p>
<p>Auch könnte man statt einer<em> Input</em>-Orientierung eine <em>Output</em>- oder keinerlei Orientierung wählen.</p>
<p>Im betrachteten Fall trifft das Effizienzmaß eine Aussage über den Effizienzabstand der Vergleichseinheit zum Optimum. Es werden also die bereits aggregierten Werte miteinander verglichen (<em>radiales</em> Effizienzmaß). Stattdessen könnte man jedoch auch den Abstand eines jeden einzelnen Input- und/oder Outputwerts mit den Referenzwerten messen und diesen Abstand aufsummieren. Dann spricht man von einem <em>additiven </em>Effizienzmaß. Zur Vertiefung dieser Begriffe sowie weiterer Variationen siehe<em> Scheel (2000)</em>.</p>
<p>Dieser Abschnitt sollte deutlich machen, dass &#8220;die&#8221; DEA nicht existiert, sondern auf eine Vielzahl unterschiedlicher Varianten zurückgegriffen werden kann. Der folgende Abschnitt greift diese Erkenntnis auf und entwickelt in Anlehnung an <em>Gilles (2005)</em> ein einfaches Modell zur Gewinnung unterschiedlicher Effizienzgrößen.</p>
<p><strong>Bewertungsschema</strong></p>
<p>Da eine einzelne DEA nie ein komplettes Bild der zugrunde liegenden Daten liefert, erscheint es praktikabel, mehrere Variationen parallel einzusetzen. Im Ausgangspunkt gehen wir von einem <em>inputorientierten</em> Modell mit <em>linearer</em> Technologie aus und wählen ein <em>radiales</em> Effizienzmaß. Die Inputorientierung wird in Einklang mit der Literatur, etwa <em>Reitzenstein und Schreyögg (2007)</em>, beibehalten. Hierbei wird davon ausgegangen, dass eine bestimmte Menge an Patienten versorgt werden muss, und nur auf den Ressourceneinsatz Einfluss genommen werden kann. Allerdings kann a priori nicht davon ausgegangen werden, dass konstante Skalenerträge realisierbar sind. Auch wird das Effizienzmaß variiert und es kommt ein additives Maß zum Einsatz. Als letzter Schritt dieser ersten groben Untersuchung werden die effizienten Vergleichseinheiten (also diejenigen mit einem Ergebnis von 100%) mittels der<em> Supereffizienz </em>in eine Rangfolge gebracht. Die Supereffizienz wurde von <em>Andersen und Petersen (1993)</em> beschrieben und führt eine DEA ohne eine bestimmte Limitierung durch, weswegen auch Effizienzgrade über 100% erreicht werden.</p>
<p>Das Bearbeitungsschema<em> (nach Gilles, 2005: 178)</em> lautet:<br />
<a href="http://www.gitched.de/wp-content/uploads/2008/10/data_envelopment_analysis_process.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-56" title="data_envelopment_analysis_process" src="http://www.gitched.de/wp-content/uploads/2008/10/data_envelopment_analysis_process-286x300.png" alt="" width="286" height="300" /></a><br />
<em>Abbildung 1</em></p>
<p>Diese Übersicht gibt als Vorarbeit vor, dass aus dem vorhandenen Datensatz geeignete Input- und Outputfaktoren zu bestimmen sind. Abgesehen davon, dass generell jede betrachtete Variable entweder Input oder Output sein muss, sollte die Anzahl der betrachteten Faktoren minimal sein. Denn wie unter anderen <em>Jenkins und Anderson (2003: 51)</em> bemerkten, führen mehr Variablen zu schlechteren Ergebnissen. <em>Jenkins und Anderson (2003)</em> schlagen eine Methode zur systematischen Reduzierung unwichtiger Variablen vor. Im Rahmen dieser Arbeit werden jedoch analog zu<em> Reitzenstein und Schreyögg (2007) </em>mehrere Variablen zu Kennzahlen zusammengefasst.</p>
<p><strong>Der Datensatz und die gewählten Input- und Output-Faktoren</strong><br />
<em>Hinweis: Die vorliegenden Rechnungen basieren auf ein Excel-Datenblatt, das vom Fachbebiet &#8220;Management im Gesundheitswesen&#8221; der TU Berlin ausgeteilt wurde. Daher werden die Rohdaten an dieser Stelle nicht widergegeben.</em><br />
Der vorliegende Datensatz besteht aus folgenden Informationen für jedes der insgesamt 30 betrachteten Krankenhäuser:</p>
<table style="width:500px; border: 1px solid black; border-collapse: collapse; text-align: center;" border="0" cellspacing="0">
<tbody>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Trägerschaft</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Basis-Fallwert</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Casemix-Index</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Betten</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Auslastung</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Ambulante Fälle</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Stationäre Fälle</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Ärzte</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Pflegekräfte</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Sonstiges Personal</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Durchschn. Verweildauer</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">NUB-Anträge</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em>Tabelle 2</em></p>
<p>Diese Zahlen sollten soweit möglich zusammengefasst oder weggelassen werden und werden parallel dazu als Input- oder Outputfaktoren bestimmt. Im Ergebnis könnte man folgende Aufteilung erhalten:</p>
<p><em>Inputs</em></p>
<ol>
<li>Personenkennzahl: <code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_0528eeefee773f60bb6bfd6a56cb7859.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\sum \text{Personalart}_{i} \cdot \text{Gehaltsgewicht}_i" /></code></li>
<li>Bettenanzahl</li>
<li>Basisfallwert</li>
</ol>
<p><em>Outputs</em></p>
<ol>
<li>Casemix: <code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_addd3783a3d5c94c59ec40cb1d127b46.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\text{Casemixindex} \cdot \text{F\"alle station\"ar}" /></code></li>
<li>Fälle ambulant</li>
<li>Auslastung</li>
<li><code><img src="http://www.gitched.de/wp-content/cache/tex_7af1bd2a818ab6515792cb96f19b2a34.png" align="absmiddle" class="tex" alt="\text{Verweildauer}^{-1}" /></code></li>
</ol>
<p>Weggelassen wurde die Anzahl der NUB-Anträge (Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden). Die NUB-Anträge könnten als Kennzahl für die Innovationskraft eines Krankenhauses angesehen werden. Allerdings sagen die Anträge alleine wenig aus. Interessanter wären die Zahlen der bewilligten Anträge, und das im besten Fall gemittelt über einen längeren Zeitraum. (Zu NUB im Allgemeinen siehe auch <em>InEK, 2007</em>).</p>
<p>Die Personalkennzahl wird mit den Gehaltsgewichten aus <em>Reitzenstein und Schreyögg (2007: 407) </em>berechnet. Die Gewichte sind:<em> Ärzte – 1; Pflegekräfte – 0,52; sonstiges Personal – 0,66</em>.</p>
<p>Die erste Outputvariable ist der reine Casemix, nicht jedoch das Budget für den stationären Bereich, das sich aus der weiteren Multiplikation mit dem Basisfallwert ergäbe. Würde man das Budget heranziehen, würden Krankenhäuser mit hohem Basisfallwert im Rahmen der DEA bevorzugt. Jedoch möchte man gerade diejenigen Krankenhäuser identifizieren, die mit minimalem Budget Maximales leisten.</p>
<p>Die Variable &#8220;Auslastung&#8221; könnte man als redundant ansehen, da sie indirekt das Gleiche aussagt wie die Bettenanzahl. Theoretisch gesehen sollte die Auslastung steigen, wenn die Bettenanzahl sinkt. Damit wäre diese Zahl also linear abhängig von der Bettenanzahl. (Diese wiederum kann nach Lothgren und Tambour [1999: 1235] als Kennzahl für das investierte Kapital angesehen werden, genau wie der Basisfallwert.)</p>
<p>Die Verweildauer schließlich fließt als Kehrwert in die Berechnung ein, um dem Grundsatz der restlichen Outputvariablen &#8220;mehr ist besser&#8221; zu genügen. Als letztes sei angemerkt, dass der vorhandene Datensatz keine Anzeichen dafür gibt, dass die durchschnittliche Verweildauer im Zusammenhang zum Casemix-Index steht: Die Korrelation beträgt lediglich 19%. Daher muss diese Variable berücksichtigt bleiben.</p>
<p><strong>Durchführung der DEA, erster Schritt</strong></p>
<p>Da der Rahmen dieser Arbeit bei Durchführung aller vier Schritte gesprengt werden würde, beschränken wir uns für eine erste Analyse auf den ersten Schritt; der Berechnung von Effizienzwerten anhand eines inputorientierten Modells mit konstanten Skalenerträgen und radialem Effizienzmaß. Die wichtigsten Ergebnisse des Krankenhauses A1 sowie aller effizienten herangezogenen Krankenhäuser sind in der folgenden Tabelle dargestellt, erweitert um die Effizienzwerte bei Modellierung mit Supereffizienz:</p>
<table style="width:400px;border:1px solid black; border-collapse: collapse; text-align:center" border="0" cellspacing="0">
<tbody>
<tr>
<th style="border:1px solid black; padding:1px">Vergleichseinheit</th>
<th style="border:1px solid black; padding:1px">Benchmarks</th>
<th style="border:1px solid black; padding:1px">Effizienzzahl</th>
<th style="border:1px solid black; padding:1px">Supereffizienz</th>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A1</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A14,A26,A29</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">83,14%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">83,14%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A4</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">104,92%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A8</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">103,49%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A11</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">110,01%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A12</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A14</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">16x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">144,37%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A22</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">12x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">112,89%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A23</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">102,37%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A26</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">14x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">231,72%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A27</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">13x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">345,41%</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A29</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">4x</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">100,00%</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">141,82%</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em>Tabelle 3</em></p>
<p><strong>Ergebnisevaluierung</strong></p>
<p><strong>Benchmark und Rangfolgebildung</strong></p>
<p>Die Spalte &#8220;Benchmark&#8221; gibt zwei verschiedene Informationen: Für das ineffiziente Krankenhaus A1 werden hier die effizienten zum Vergleich herangezogenen Krankenhäuser genannt. Bei den effizienten Häusern gibt die Zahl an, von wie vielen Krankenhäusern diese als Referenz herangezogen worden sind. Diese Zahl kann als ein Qualitätsindikator angesehen werden: Je öfter ein effizientes Krankenhaus als Vergleich herangezogen worden ist, desto &#8220;ausgeglichener&#8221; sind die erbrachten Leistungen über alle Faktoren hinweg (Gilles 2005: 175).</p>
<p>Wie Gilles (2005: 59f) anmerkt, wäre es äußerst gefährlich, die Effizienzzahlen der Krankenhäuser direkt miteinander zu vergleichen und letztere in eine Rangfolge zu bringen. Die Zahlen müssen immer in Kombination zu den herangezogenen <em>Benchmarks</em> gesehen werden. Dies sind die Krankenhäuser, die für die jeweilige Vergleichseinheit als Referenz herangezogen worden sind. Beim Krankenhaus A1 sind dies die Krankenhäuser A14, A26 und A29: Im Vergleich zu diesen Häusern ist A1<em> ineffizent</em>.</p>
<p>Die Supereffizienz ist ein Maß dafür, wie stark der Input gesteigert werden könnte, ohne den Status &#8220;effizient&#8221; zu verlieren (vgl. Gilles 2005: 195).</p>
<p>Keines der in der Tabelle verwendeten Maße eignet sich, eine konkrete Rangfolge festzulegen. Vielmehr gibt erst die Betrachtung der Input- und Output-Gewichte Aufschluss darüber, in welchen Bereichen welches Krankenhaus besonders gut abschneidet und damit die Referenz für andere Krankenhäuser darstellt.</p>
<p><strong>Schlüsse für Krankenhaus A1</strong></p>
<p>Die Vergleichskrankenhäuser für A1 sind die Häuser A14, A26 und A29. Eine detaillierte Übersicht der Input- und Outputgewichte zeigt folgende Tabelle:</p>
<table style="width:300px;border:1px solid black; border-collapse: collapse; text-align:center" border="0" cellspacing="0">
<tbody>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Vergleichseinheit</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A1</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A14</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A26</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A29</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Personalanzahl</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,41</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Bettenanzahl</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,39</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Basisfallwert</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,59</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Casemix</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,59</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,32</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Fälle ambulant</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Auslastung</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,11</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">1/Verweildauer</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,41</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,58</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">1</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em>Tabelle 4</em></p>
<p>Aus dieser sowie der vorhergehenden Tabelle kann man eine ganze Reihe von Schlüssen ziehen:</p>
<ol>
<li>Das Krankenhaus A1 müsste seinen Ressourcenaufwand insgesamt um knapp 17% senken, um effizient zu sein. Mit anderen Worten: 17% der eingesetzten Ressourcen gelten im Vergleich zu den herangezogenen Referenzen als verschwendet.</li>
<li>Berechnet man das virtuelle Referenz-Krankenhaus aus den gewichteten Anteilen der Benchmark-Partner für A1 <em>(A14: 0,22; A26: 0,25; A29: 0,37)</em>, kommt man zu folgendem Ergebnis:<br />
<table style="width:300px;border:1px solid black; border-collapse: collapse; text-align:center" border="0" cellspacing="0">
<tbody>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Vergleichseinheit</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">A1</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">Virtuell</td>
</tr>
<tr>
<td style="border: 1px solid black; padding: 1px; font-weight: bold;">Personalanzahl</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">953,7</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">788,62</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Bettenanzahl</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">600</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">421,07</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Basisfallwert</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">2654,28</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">2196,93</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Casemix</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">41796,75</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">41602,79</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Fälle ambulant</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">13878</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">14292,72</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">Auslastung</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,58</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,66</td>
</tr>
<tr>
<td style="border:1px solid black; padding:1px; font-weight:bold">1/Verweildauer</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,2</td>
<td style="border:1px solid black; padding:1px">0,2</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><em>Tabelle 5</em><br />
Diese Übersicht zeigt, dass zu viel Personal und zu viele Betten vorgehalten werden. Würden diese Zahlen gesenkt, würde auch der Basisfallwert (automatisch) sinken.</li>
<li>Die größte Stärke auf Inputseite besitzt das Krankenhaus A1 bei der Personenkennzahl sowie dem Basisfallwert. Die DEA legt also eine Verringerung der Bettenanzahl nahe.</li>
<li>Die relative Stärke auf Outputseite ist ganz klar die stationäre Behandlung. Das Krankenhaus A1 sollte also ernsthaft Strategien für eine effizientere ambulante Versorgung entwickeln.</li>
<li>Die Auslastung – ebenfalls eine Schwäche – würde im Zuge einer Verringerung der Bettenanzahl erhöht werden. Bei einer hypothetischen Verringerung der Bettenanzahl auf 420 würde die Auslastung auf rechnerisch steigen. Führt man anschließend eine erneute DEA durch, wäre das Krankenhaus A1 effizient. Die Personalkennzahl und die ambulante Versorgung wären im Übrigen nach wie vor deutliche Schwachpunkte und würden nicht in die Bewertung eingehen.</li>
</ol>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p><strong>Andersen P, Petersen NC, 1993.</strong> <em>A Procedure for Ranking Efficient Units in Data Envelopment Analysis.</em> In <em>Management Science</em> 39 (10), 1261 – 1294.</p>
<p><strong>Charnes A, Cooper WW, Rhodes E, 1978.</strong> <em>Measuring the Efficiency of Decision Making Units.</em> In <em>European Journal of Operational Research</em> 2, 429 – 444.</p>
<p><strong>Gilles R, 2005. </strong><em>Performance Measurement mittels Data Envelopment Analysis.</em><strong></strong></p>
<p><strong>InEK, 2007. </strong><em>Verfahrenseckpunkte,</em> http://www.g-drg.de/cms/index.php/inek_site_de/neue_untersuchungs_und_behandlungsmethoden_nub/verfahrenseckpunkte (06.01.2008).</p>
<p><strong>Jenkins L, Anderson M, 2003.</strong> <em>A Multivariate Statistical Approach to Reducing the Number of Variables in Data Envelopment Analysis.</em> In <em>European Journal of Operational Research</em> 147, 51 – 61.</p>
<p><strong>Lothgren M, Tambour M, 1999.</strong> <em>Testing Scale Efficiency in DEA Models: a Bootstrapping Approach. </em>In <em>Applied Economics</em> 31 (10), 1231 – 1237.</p>
<p><strong>Reitzenstein C, Schreyögg J, 2007. </strong><em>Benchmarking von Universitätsklinika mittels Data Envelopment Analysis (DEA). </em>In <em>Wirtschaftswissenschaftliches Studium – WiSt</em> 8, 405 – 411.</p>
<p><strong>Samuelson PA, Nordhaus WD, 1998. </strong><em>Volkswirtschaftslehre</em> – Übersetzung der 15. Auflage.</p>
<p><strong>Scheel H, 2000. </strong><em>Effizienzmaße der Data Envelopment Analysis.</em></p>
<p><strong>Hinweis</strong></p>
<p>Dieser Artikel entstand im Januar 2008, im Rahmen des Moduls “Management im Gesundheitswesen” an der TU Berlin.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bürgerversicherung und Kopfpauschale</title>
		<link>http://www.gitched.de/2008/brgerversicherung-und-kopfpauschale/</link>
		<comments>http://www.gitched.de/2008/brgerversicherung-und-kopfpauschale/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 16:51:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Healthcare Management]]></category>

		<category><![CDATA[Bürgerversicherung]]></category>

		<category><![CDATA[Kopfpauschale]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Finanzierung des Gesundheitssystems in Deutschland basiert auf Annahmen, die heute nicht mehr gelten; eine Umgestaltung ist also dringend geboten. Obwohl das Anfang 2007 verabschiedete Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV ab 2009 einen Gesundheitsfonds zur Finanzierung vorsieht, ist aufgrund der breiten Kritik wahrscheinlich, dass eine weitere Diskussion angestoßen werden wird.
Im Folgenden werden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Finanzierung des Gesundheitssystems in Deutschland basiert auf Annahmen, die heute nicht mehr gelten; eine Umgestaltung ist also dringend geboten. Obwohl das Anfang 2007 verabschiedete <strong>Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV</strong> ab 2009 einen <strong>Gesundheitsfonds</strong> zur Finanzierung vorsieht, ist aufgrund der breiten Kritik wahrscheinlich, dass eine weitere Diskussion angestoßen werden wird.</p>
<p>Im Folgenden werden mit der <strong>Gesundheitsprämie</strong> (in der Variante des CDU-Parteitages 2004) und der <strong>Bürgerversicherung</strong> (in der Variante der Rürup-Kommission 2003) zwei alternative Modelle vorgestellt.</p>
<p><span id="more-52"></span></p>
<p><strong>Die Gesundheitsprämie im Überblick</strong></p>
<p>Die <strong>Gesundheitsprämie</strong> <em>(CDU 2004: C33)</em> setzt als zentrales Element zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (Krankenkassen) auf eine vom Arbeitseinkommen teilweise entkoppelte Prämienzahlung. Diese Gesundheitsprämie<strong> </strong>wäre von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten. Der Arbeitgeber steuert einen einkommensabhängigen Teil bei, der Arbeitnehmer leistet einen gedeckelten einkommensunabhängigen Beitrag.</p>
<p>Genauer zahlt der Arbeitgeber <strong>6,5% des Bruttolohns</strong> in einen <strong>Arbeitgeberfonds</strong>. Bei einem Gehalt von 1.000 € beträgt der Arbeitgeberanteil folglich 65 €, bei einem Bruttoverdienst von 4.000 € steigt dieser auf 260 €.</p>
<p>Der Arbeitnehmer bezahlt einen <strong>festgelegten Pauschalbetrag</strong>. Der Parteitagsbeschluss geht – ohne weitere Quellen zu nennen – von heute <strong>109 €</strong> je Versicherten und Monat aus. Damit müsste also jeder Bürger, der der Versicherungspflicht unterliegt (es gelten die gleichen Regeln wie bisher) jeweils 109 € entrichten. Von dieser Regel wird in drei Fällen abgewichen:</p>
<ol>
<li>Übersteigt der Beitrag <strong>7% des Gesamteinkommens</strong> (Arbeits- und sonstige Einkommen), wird eben diese Summe entrichtet. Bei einem Einkommen von 1.000 € wären demnach nicht 109 €, sondern 70 € zu bezahlen.</li>
<li>Die Prämie für Kinder wird <strong>komplett aus Steuermitteln </strong>- und damit auch von Privat- und Nichtversicherten - finanziert. (Implizit heißt das: Auch die Prämien von privat versicherten Kindern werden durch Steuergelder bezahlt.)</li>
<li>Sofern in einem Eheverhältnis nur ein Ehepartner Einkommen bezieht, wird dieses <strong>gleichmäßig auf beide Partner verteilt</strong>.</li>
</ol>
<p>Den Krankenkassen fließen aus diesen beiden Quellen (also Arbeitgeberfonds sowie Arbeitnehmerprämie) für jeden Versicherten <strong>ein Pauschalbetrag zu, welcher den durchschnittlichen Kosten je Versicherten entspricht</strong>. Die CDU geht nach heutigem Stand von einer durchschnittlichen Prämie von 169 € je Versicherten und Monat aus. <strong>Die Summe aller Prämien entspricht also den Gesamtausgaben einer Krankenkasse. </strong>Geht man davon aus, dass mit Jahreswerten gerechnet wird, so heißt dies:</p>
<ol>
<li>Einer Krankenkasse A mit im Jahresmittel 100 Versicherten und Ausgaben in der Vorperiode von 240.000 € fließen pro Versichertem 200 € monatlich zu.</li>
<li>Eine Krankenkasse B mit durchschnittlich 500 Versicherten und Vorjahresausgaben i.H.v. 900.000 € erhält  150 € je Versicherten und Monat.</li>
</ol>
<p>Inwiefern in diesem Modell der Versicherte der Krankenkasse A motiviert sein soll, zur Krankenkasse B zu wechseln, ist unklar. Schließlich zahlt dieser im Regelfall 109 €, der Rest wird aus dem Sondervermögen bezahlt.</p>
<p><a href="http://www.gitched.de/wp-content/uploads/2008/10/kopfpauschale_schema.png"><img class="alignnone size-medium wp-image-53" title="kopfpauschale_schema" src="http://www.gitched.de/wp-content/uploads/2008/10/kopfpauschale_schema-300x154.png" alt="Schema der Kopfpauschale" width="300" height="154" /></a></p>
<p>Weiterhin ist undeutlich, wie es zu einem Wettbewerb zwischen den Kassen und einem effizienten Wirtschaften innerhalb der Kasse kommen soll, wenn aus Sicht der Krankenkassen sichergestellt ist, dass die Gesamtausgaben finanziert sind.</p>
<p>Es ist im Übrigen nicht klar, dass die Krankenkasse A schlechter wirtschaftet als Krankenkasse B. Möglicherweise sind in letzterer überwiegend junge und gesunde Menschen versichert, womit auch die Ausgabenstruktur eine ungleich bessere ist. Es kann also der falsche Eindruck entstehen, die eine Krankenkasse sei leistungsfähiger als die andere  <em>(Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2006: 222)</em>. Der offensichtlich diesem Parteitagsbeschluss zugrunde liegende Bericht der Herzog-Kommission <em> (Herzog 2003: 18-27) </em>(viele Textpassagen sind wortgleich) ist in diesem Punkt deutlicher (es folgt eine stark vereinfachte Darstellung): Der Arbeitgeberanteil soll überwiegend dem Arbeitnehmer ausgezahlt werden. Dieser sucht sich dann diejenige Krankenkasse aus, die ihm den günstigsten Prämiensatz bietet.</p>
<p>Von einer Makroperspektive (also über alle Krankenkassen hinweg) aus betrachtet stellt sich die Frage nach der intergenerativen Gerechtigkeit. Das hier vorgestellte Modell kennt keine Unterscheidung nach Alter. Auch wird (zumindest im ersten Schritt) nicht angestrebt, einen Kapitalstock zu bilden, der die Beiträge im Lebenszeitraum glätten kann <em>(Breyer, Kifmann und Zweifel 2004: 534-540)</em> und an deren Aufbau alle Generationen gleichermaßen beteiligt sind. Nicht zuletzt aufgrund einer beständig alternden Gesellschaft steigen tendenziell die Gesamtkosten im Gesundheitssystem. Diesen Kostenanstieg haben die jeweils jüngeren Generationen zu tragen.</p>
<p><strong>Die Bürgerversicherung im Überblick</strong></p>
<p>Die <strong>Bürgerversicherung</strong> <em>(Rürup 2003: 149-161) </em>verfolgt die übergreifende Idee, dass jeder Bürger in Abhängigkeit seiner monetären Leistungsfähigkeit zur Finanzierung des Gesundheitssystems beiträgt. Grundlegend für die Bürgerversicherung ist die Einbeziehung aller Bürger, also <strong>auch von Selbständigen und Beamten</strong> sowie von bislang freiwillig Versicherten als auch die Einbeziehung <strong>aller Einkommensarten</strong>. Die Mitversicherung von Familienmitgliedern bleibt bestehen.</p>
<p>Zunächst ist die Beitragsbemessungsgrenze <em>(Breyer, Kifmann und Zweifel 2005: 197) </em>von derzeit ca. 3.500 € auf 5.100 € Monatseinkommen anzuheben. Ab dieser Grenze steigen die Beiträge zur Krankenversicherung nicht mehr.</p>
<p>Auch werden alle Einkommensarten berücksichtigt, also insbesondere Kapital-einkommen und Mietzinsen. Es ist vorgesehen, für jede Einkommensart eigene Freibeträge und Bemessungsgrundlagen auszuarbeiten <em>(Rürup 2003: 158)</em>.</p>
<p>Weiterhin ist die Versicherungspflicht auf alle Bürger auszuweiten. Beamte, Selbständige und freiwillig Versicherte müssen sich damit der Gesetzlichen Krankenversicherung anschließen, <strong>das System der Privaten Krankenversicherung wird damit abgeschafft</strong> und ein einheitlicher Gesundheitsmarkt geschaffen  <em>(Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2006: 216)</em>. Aufgrund bestehender gesetzlicher Bestimmungen sind geeignete  Übergangsregelungen zu finden, die freilich über Jahrzehnte aktuell sein werden.</p>
<p>Unterliegt jeder Bürger der Versicherungspflicht, werden die Beiträge sinken, da gesunde Menschen mit hohem Einkommen nicht mehr wie bisher <em>(Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung 2006: 235)</em> eine private (oder gar keine) Krankenversicherung wählen können. Auch die Lohnzusatzkosten werden sinken, da weitere Einkommensquellen zur Finanzierung herangezogen werden.</p>
<p>Ohne weitere Maßnahmen leidet jedoch die intergenerative Gerechtigkeit: Von den gesunkenen Beiträgen profitieren heute auch ältere Generationen. In Anbetracht der demographischen Entwicklung ist eine schleichende Unterfinanzierung abzusehen <em>(Breyer, Kifmann und Zweifel 2005: 202)</em>.</p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p><strong>Breyer, F., Kifmann, M. und Zweifel, P. (2005).</strong> <em></em><em>Gesundheitsökonomik</em> (5. Auflage). Berlin, Heidelberg, New York: Springer.</p>
<p><strong>CDU. (2004).</strong> <em>Reform der gesetzlichen Krankenversicherung – Solidarisches Gesundheitsprämien-Modell. 18. Parteitag der CDU Deutschlands</em> (S. C33). Düsseldorf: CDU.</p>
<p><strong>Herzog, R. (2003).</strong> <em>Bericht der Kommission &#8220;Soziale Sicherheit&#8221; zur Reform der sozialen Sicherungssysteme.</em> <em>Kommission &#8220;Soziale Sicherheit&#8221; (Herzog-Kommission). </em>Berlin: CDU.</p>
<p><strong>Rürup, B. (2003).</strong> <em>Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme.</em> Berlin: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung.</p>
<p><strong>Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2006).</strong> <em>Widerstreitende Interessen - Ungenutzte Chancen; Jahresgutachten 2006/07.</em> Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.</p>
<p><strong>Hinweis</strong></p>
<p>Dieser Artikel entstand im November 2007, im Rahmen des Moduls “Management im Gesundheitswesen” an der TU Berlin.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich</title>
		<link>http://www.gitched.de/2008/morbiditatsorientierter-risikostrukturausgleich/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 16:18:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Healthcare Management]]></category>

		<category><![CDATA[Morbidität]]></category>

		<category><![CDATA[Risikostrukturausgleich]]></category>

		<category><![CDATA[RSA]]></category>

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		<description><![CDATA[Im System der Gesetzlichen Krankenversicherungen besteht ein Kontrahierungszwang (jeder willige Bürger muss aufgenommen werden) sowie ein Diskriminierungsverbot (risikoäquivalente Prämien sind nicht erlaubt). Ohne einen Ausgleichsmechanismus wäre jede Krankenkasse bestrebt, nur gesunde Menschen zu versichern. Um diesen Anreiz abzumildern, wird der Risikostrukturausgleich eingesetzt. Die folgenden Ausführungen zeigen Ziele und die Implementierung dieses Instruments; zudem wird die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im System der Gesetzlichen Krankenversicherungen besteht ein <strong>Kontrahierungszwang</strong> (jeder willige Bürger muss aufgenommen werden) sowie ein <strong>Diskriminierungsverbot</strong> (risikoäquivalente Prämien sind nicht erlaubt). Ohne einen Ausgleichsmechanismus wäre jede Krankenkasse bestrebt, <strong>nur gesunde Menschen zu versichern</strong>. Um diesen Anreiz abzumildern, wird der <strong>Risikostrukturausgleich</strong> eingesetzt. Die folgenden Ausführungen zeigen Ziele und die Implementierung dieses Instruments; zudem wird die kommende Weiterentwicklung zu einem stärker an der <strong>Morbidität</strong> orientierten Ausgleich diskutiert.</p>
<p><span id="more-51"></span></p>
<p><strong>Einführung</strong></p>
<p>Die Logik des Risikostrukturausgleichs darauf ab, den Kassenwettbewerb von einem Wettbewerb um &#8220;gute&#8221; Risiken (im aktuellen deutschen System auch um hohe Beiträge) zu lenken auf einen Wettbewerb um die effizientere Gesundheitsversorgung. Unterschiede in den Beitragssätzen sollen (bei gleichem Leistungsumfang) nicht unterschiedliche Risikostrukturen innerhalb der Krankenkassen widerspiegeln, sondern aufgrund unterschiedlich gutem betriebswirtschaftlichen Handeln zustande kommen.</p>
<p>Ganz zentral beim Risikostrukturausgleich (und gleichzeitig der Kritikpunkt am aktuellen) ist dessen Treffsicherheit auf der Ausgabenseite. Die Risikovariablen (die herangezogenen Kennzahlen) sind so zu wählen, dass die Morbidität (das Risiko, zu erkranken) optimal gemessen werden kann. Dabei müssen einige Restriktionen beachtet werden <em>(angelehnt an: Breyer, Kifmann und Zweifel 2005: 299)</em>:</p>
<ol>
<li>Das System als Ganzes muss Instabilitäten ausgleichen.</li>
<li>Die Kennzahlen dürfen nicht manipulierbar sein.</li>
<li>Sie dürfen keine falschen Anreize schaffen.</li>
<li>Sie müssen leicht verfügbar sein.</li>
</ol>
<p><strong>Zur Stabilität des Versicherungsmarktes</strong></p>
<p>Wie <em>Rothschild und Stiglitz (1976)</em> zeigen, tendieren Versicherungsmärkte mit Diskriminierungsverbot, aber Preiswettbewerb sowie (in Teilen) unterschiedlichem Leistungsangebot zu einem &#8220;trennenden Gleichgewicht&#8221;. Vereinfacht gesagt würden sich &#8220;gute&#8221; Risiken schlechter, aber auch günstiger versichern als &#8220;schlechte&#8221; Risiken, die sich maximal, dadurch teurer, versichern würden. Sofern der Risikostrukturausgleich für einen Ausgleich der Beitragssätze sorgt, käme es aus offensichtlichen Gründen nicht zu diesem Ergebnis. Die Realität <em>(IGES, Cassel und Wasem 2001: 34-45)</em> legt nahe, dass &#8220;gute&#8221; Risiken zu Krankenkassen mit wenigen Zusatzleistungen wechseln; namentlich sind dies die BKKen.</p>
<p><strong>Zur den Folgen manipulierter Kennzahlen</strong></p>
<p>Werden Risikovariablen allein von Krankenkassen erhoben, so steht zu befürchten, dass diese versuchen werden, die eigene Versichertenstruktur als möglichst risikobehaftet darzustellen. Im besten Fall werden alle Kassen die gleiche Strategie fahren; dies führte dazu, dass die Kennzahlen keine Aussagekraft mehr besäßen. Im schlimmsten Fall würde nur eine Kasse so verfahren und damit eine objektiv ungerechtfertigte Transferzahlung erhalten. In der aktuellen Diskussion wurden jüngst Arzneiverordnungen als ein Beispiel für manipulierbare Risikovariablen genannt <em>(Behrend, Busse und Felder 2006: 32)</em>: Krankenkassen und Leistungserbringer könnten ihren Patienten eine stärkere Medikation als die medizinisch sinnvolle verschreiben. Damit würde der Patient in eine höhere Risikostufe fallen und die Kasse eine (höhere) Ausgleichszahlung aus dem Risikostrukturausgleich erhalten. Diesem Beispiel wird entgegnet, dass eine solche Strategie nur kurzfristig Vorteile bringe, sich mittelfristig hingegen der eigenen Grundlage enthebe <em>(Glaeske 2005: 11-13)</em>.</p>
<p>Analog kritisiert werden Zuschlagszahlungen für chronisch Kranke, die an einem zugelassenen Desease-Management-Programm teilnehmen <em>(§ 137f i.V.m. § 267 II, 4 SGB V)</em>. Im Grundsatz sorgen solche Programme für eine bessere Behandlung zu geringeren Kosten. Jedoch könnten Krankenkassen versuchen, möglichst viele ihrer Versicherten in ein solches Programm zu drängen.</p>
<p><strong>Zur Anreizwirkung von Kennzahlen</strong></p>
<p>Als Alternative oder Ergänzung zur Klassifizierung in Risikogruppen ist ein Risikostrukturausgleich denkbar, der teilweise die Leistungsausgaben &#8220;schlechter&#8221; Risiken erstattet. In Deutschland existiert seit 2002 mit dem Risikopool ein solches System. Es erstattet besonders hohe Ausgaben (in festgelegten Bereichen) über einen Schwellenwert zu 60% <em>(§269 I, SGB V)</em>. Zu diesem Modell wird kritisch angemerkt, dass es falsche Anreize setzt hin zu verminderter Wirtschaftlichkeit und weiterhin bestehender Risikoselektion <em>(Breyer, Kifmann und Zweifel 2005: 310-314)</em>.</p>
<p>Auch die Kennzahlen selbst können in die falsche Richtung lenken. So würde der Anreiz zum wirtschaftlichen Handeln vermindert, wenn als Risikovariable die Leistungsausgaben der Vorperiode verwendet würden <em>(Breyer, Kifmann und Zweifel 2005: 301)</em>. Denn hohe Ausgaben sind nicht gleichzusetzen mit einem hohen Versorgungslevel. In der Tendenz würden unwirtschaftlich handelnde Krankenkassen bevorzugt.<br />
Auch die momentane Nichteinbeziehung von Verwaltungskosten in den Risikostrukturausgleich setzt falsche Signale: Sie sorgt dafür, dass die Krankenkassen ein berechtigtes Interesse an Mitgliedern mit hohen beitragspflichtigen Einkommen haben <em>(IGES, Cassel und Wasem 2001: 134-142)</em>.</p>
<p><strong>Zur leichten Verfügbarkeit von Kennzahlen</strong></p>
<p>Die leichte Verfügbarkeit zielt auf zwei Ideale der (Gesundheits-)Politik: Zum einen sollen die Verwaltungsausgaben auf ein notwendiges Maß beschränkt bleiben. Zum anderen soll &#8220;der Staat&#8221; möglichst wenig wissen müssen über seine Bürger. Damit verbieten sich Erhebungen, die über das hinausgehen, was bereits verfügbar ist. Die erste Ausgestaltung des Risikostrukturausgleichs, die 1994 in Kraft trat, zog drei Variablen in Betracht: Alter, Geschlecht und Bezug einer Berufsunfähigkeitsrente. Die Einordnung einer bestimmten Person in eine solcherart differenzierte Risikogruppe ist unkompliziert.</p>
<p>Doch verletzt sie das Primat der Treffsicherheit, was auch das Hauptargument der Kritik am aktuellen Risikostrukturausgleich darstellt. Diese drei Faktoren alleine können die Morbidität einer Person nicht ausreichend erklären. Die gebildeten Gruppen sind weder intern homogen noch extern heterogen, die Unterschiede in den Leistungsausgaben innerhalb einer Gruppe sind also sehr hoch. Der Risikostrukturausgleich arbeitet mit Mittelwerten, nicht mit Varianzen und ist damit anfällig für &#8220;Ausreißer&#8221;. Die Krankenkassen werden für &#8220;schlechte&#8221; Risiken tendenziell nicht ausreichend kompensiert, während &#8220;guten&#8221; Risiken systematisch zu hohe Ausgaben unterstellt werden, wie methodisch gezeigt werden kann <em>(Glazer und McGuire 2002: 167)</em>.</p>
<p><strong>Von den Restriktionen zum morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich</strong></p>
<p>Ein perfekter Risikoausgleich kann nicht geschehen und ist auch nicht wünschenswert. Schließlich würde dies einer Ausgabenerstattung gleichkommen. Außerdem gehört das Versicherungsrisiko zum Kerngeschäft jeder Krankenkasse <em>(IGES, Lauterbach und Wasem 2004: 14)</em>. Ein Wettbewerb um effizientes &#8220;Managen&#8221; von Gesundheitsrisiken ist auch ein Grund, weshalb der Gesetzgeber nicht nur eine einzige Krankenkasse zulässt, die das Problem des Risikoausgleichs nicht hätte.</p>
<p>Trotzdem möchte man den Ausgleich so gut wie möglich gestalten. Eine Grenze in der Abschätzung von Risiken scheint mit den heutigen Methoden bei knapp 50% zu liegen; nur dieser Ausgabenanteil (genauer: der erklärbare Anteil in der Varianz) kann mit sorgfältig ausgewählten Risikovariablen, die sich quantitativ auf die jetzige Periode beziehen, korrekt vorhergesagt werden <em>(IGES, Lauterbach und Wasem 2004: 12)</em>. Die prospektive Vorhersagemöglichkeit (also eine Periode im Voraus) liegt darunter, bei etwa 20% <em>(Behrend, Buchner, Happich, Holle, Reitmeir und Wasem 2004: 26)</em>. Das jetzige, zudem retrospektive System besitzt mit unter zehn Prozent eine deutlich niedrigere Zielgenauigkeit <em>(Behrend, Buchner, Happich, Holle, Reitmeir und Wasem 2004 sowie IGES, Lauterbach und Wasem 2004: 12)</em>.</p>
<p>Wesentlich bei allen treffsicheren Methoden ist die starke Einbeziehung von Kennzahlen, welche die Morbidität der Versicherten widerspiegeln. Eine Kombination von Krankenhausdiagnosen und Arzneimittelverschreibungen wird international als beste Lösung angesehen <em>(ebenda)</em>.</p>
<p>Die Einführung eines solcherart erweiterten Risikostrukturausgleichs ist für 2009 geplant.</p>
<p><strong>Präsentationsfolien</strong></p>
<p><a href="http://www.gitched.de/wp-content/uploads/2008/10/risikostrukturausgleich_morbiditat.pdf"><img class="alignnone size-medium wp-image-57" title="risikostrukturausgleich_prasentation" src="http://www.gitched.de/wp-content/uploads/2008/10/risikostrukturausgleich_prasentation-300x224.png" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p><strong>Behrend, C., Buchner F., Happich M., Holle R., Reitmeir P., Wasem J. (2004). </strong><em>Risk-Adjusted Capitation Payments: How Well Do Principal Inpatient Diagnosis-Based Models Work in the German Situation? Results From a Large Data Set. </em>In <em>Diskussionsbeiträge aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften</em> <em>Universität Duisburg-Essen </em>134, Mai 2004. Essen: Universität Duisburg-Essen.</p>
<p><strong>Behrend, C., Busse, R. und Felder, S. (2006).</strong> F<em>inanzielle Effekte von RxGroups-klassifizierten Arzneiverordnungen in einem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich.</em> Essen: BKK Bundesverband.</p>
<p><strong>Breyer, F., Kifmann, M. und Zweifel, P. (2005).</strong> <em>Gesundheitsökonomik</em> (5. Auflage). Berlin, Heidelberg, New York: Springer.</p>
<p><strong>Glaeske, G. (2005).</strong> <em>Anpassung des Klassifikationsmodells RxGroups an die speziellen Voraussetzungen in der GKV. </em>Berlin: Bundesministerium für Gesundheit.</p>
<p><strong>Glazer, J. und McGuire, T. (2002).</strong> <em>Setting health plan premiums to ensure efficient quality in healthcare: minimum variance optimal risk adjustment.</em> In <em>Journal of Public Economics</em> 84: 153 - 173. Amsterdam: Elsevier.</p>
<p><strong>IGES, Cassel, D. und Wasem, J.(2001). </strong><em>Zur Wirkung des Risikostrukturausgleichs in der gesetzlichen Krankenversicherung.</em> Berlin: Bundesministerium für Gesundheit.</p>
<p><strong>IGES, Lauterbach, K. und Wasem, J (2004). </strong><em>Klassifikationsmodelle für Versicherte im Risikostrukturausgleich.</em> Berlin: Bundesministerium für Gesundheit.</p>
<p><strong>Rothschild, M. und Stiglitz, J (1976).<em> </em></strong><em>Equilibrium in competitive insurance markets: an essay on the economics of imperfect information.</em> In <em>Quarterly Journal of Economics </em>90: 629 - 649. New York: John Wiley &amp; Sons.</p>
<p><strong>Sozialgesetzbuch V – SGB V (2007). </strong>In <em>BKK (2007). Sozialversicherungsgesetze 2007 – Kompaktausgabe.</em> Essen: Fachverlag CW Haarfeld.</p>
<p><strong>Hinweis</strong></p>
<p>Dieser Artikel entstand im November 2007, im Rahmen des Moduls &#8220;Management im Gesundheitswesen&#8221; an der TU Berlin.</p>
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		<title>Maya-Überschock</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jun 2008 04:11:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Uxmal, Kabáh, Labná, an einem Tag. Der Maya-Überschock (oder &#8220;uber-shock&#8221; wie der Gringo-Tourist sagt). Danach wollten wir noch die wichtigsten Stationen der &#8220;Ruta de los Conventos&#8221; anfahren, dazu noch eine kleine Tropfsteinhöhle. Wurde aber doch zu spät.
Bislang war es der schönste Tag diese Woche. Wieso? Ich habe das &#8220;wahre&#8221; Chichén Itzá gesehen, Uxmal nämlich. Noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Uxmal, Kabáh, Labná, an einem Tag. Der Maya-Überschock (oder &#8220;uber-shock&#8221; wie der Gringo-Tourist sagt). Danach wollten wir noch die wichtigsten Stationen der &#8220;Ruta de los Conventos&#8221; anfahren, dazu noch eine kleine Tropfsteinhöhle. Wurde aber doch zu spät.</p>
<p>Bislang war es der schönste Tag diese Woche. Wieso? Ich habe das &#8220;wahre&#8221; Chichén Itzá gesehen, Uxmal nämlich. Noch so richtig im Dschungel, fast ohne weitere Besucher, und nur einem einzigen Touriführer, der in schlechtem Englisch so ziemlich alles erzählen kann - die Amis glauben’s eh. Zum Beispiel, dass die quaderförmigen Steine ein echtes Kunststück waren, präzise gehauen und von stille Zeugen einer verlebten (eher geschlachteten) Hochkultur. Nur die Älteren der Anwesenden erinnern sich wahrscheinlich an Ben Hur (aka Charlton Heston), oder an Kaiser Nero, auch bekannt unter seinem mondänen Namen Peter Ustinov. Aber was war schon das Alte Rom vor zweitausend Jahren gegen diese schiere Willenskraft der Maya, riesige Gebäude mit winzigen, kleingeteilten Räumen ohne Fenster zu bauen. Nur bei den kunstvoll verzierten Fassaden konnten die Europäer vielleicht - ich schreibe bewusst vielleicht - mithalten. Das mit den fehlenden Fenstern ist übrigens kein Witz. Befindet man sich in einem der schlecht belüfteten, noch schlechter belichteten Räume, wähnt man sich in einer Höhle. Es stinkt modrig, nicht nur in allen Ecken - überall - liegen Vogelexkremente (immerhin die reflektieren Licht), die Decken sind für den modernen Mann von 1,80 m Höhe nur in der Raummitte ausreichend. Behaglich ist das nicht. Ich würde da lieber in einer Hängematte zwischen zwei riesigen Bäumen meine Nacht verbringen (ähm, vielleicht in einigen Situationen nicht).</p>
<p>Uxmal ist so ziemlich, wie ich mir Tags zuvor Chichén Itzá vorgestellt hatte. Zwar ist der Eingangsbereich auch ausgebaut, aber längst nicht so ausgeprägt. Nach einer antiken Zisterne (Touriführer: &#8220;Ein wahres Kunstwerk, ein Meilenstein in der Technikentwicklung MIttelamerikas!&#8221;) baut sich gewaltig, ungewöhnlich rund, und etwas asymmetrisch die Sonnenpyramide auf. Fast so groß wie Chichzén Itzá, aber tausend Mal schöner, da von grünem Laub umgeben und nicht von bunt gekleideten Menschen. Unsere Entdeckungstour durch den schwülen Wald (es hat vor Kurzem erst geregnet, jetzt flimmert die Sonne durch die Wolken) führt uns an weitere geschichtsträchtige Orte. Genauere Infos gibt Wikipedia, ich möchte nicht rezitieren.</p>
<p>Wir laufen an einem alten Ehepaar vorbei, vielleicht ein deutsches, das nach Kanada auswanderte. Sie reden mal Englisch, mal Deutsch. Der Frau fehlt der rechte Arm. Sie essen ihre Stulle, und wir riechen die beißende, reizende Fäule aus den nahen Höhlenbauten. Dann weiter, vorbei an drei Sektenmitgliedern, die an diesem (ich spekuliere) energiegeladenen Ort ihr neuestes Mitglied einweihen. Vielleicht opfern sie sich danach kollektiv; besser wär&#8217;s. Was gibt&#8217;s noch? Viele Leguane, an einer Ecke zähle ich sieben. Welch magische Zahl. Vielleicht ist an den Energiefeldern doch was dran.</p>
<p>Der Ausblick auf die &#8220;unberührte&#8221; Natur vom Gipfel einer Pyramide ist meisterlich, wie im neusten Indy Jones (oder Jurassic Park); oder, wie in der Realität. Dann geht&#8217;s ab in unseren Jeep („Greens go!“ meine ich zu hören), und auf nach Kábah. Nicht weiter spektakulär, wir unterhalten uns über gleichzeitig Triviales und Wichtiges (wer es errät, kriegt ein T-Shirt geschenkt). Eigentlich ist auch diese Stätte spannend, aber wir haben Uxmal schon hinter uns. Auch Labná kann uns nicht wirklich begeistern, so studieren wir (ich sollte vielleicht erwähnen: Filip und ich) die Flora und Fauna dieser ausgedehnten archäologischen Stätte.</p>
<p>Dann aber eine Überraschung - das Tor von Labná. Solitär steht es da, von nichts umgeben als grün wuchernder Natur und einigen Schmetterlingen. In Jeans und Sneaker schreite ich durch, und fühle mich doch wie ein Entdecker.</p>
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		<title>Der Glöckner von San Antonio de Padua</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jun 2008 04:51:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Der Rückweg von Chichén Itzá war verregnet. Ich meine so richtig verregnet. Links und rechts neben der Straße schlugen die Bäume um sich, und Wassermassen verwandelten unser Auto in eine sonore Trommel.
Die Landschaft wurde immer dann interessant, als wir eines der kleinen Städte, eher Dörfer, passierten. Die Häuser sind wirklich ärmlich, und ich kann mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Rückweg von Chichén Itzá war verregnet. Ich meine so richtig verregnet. Links und rechts neben der Straße schlugen die Bäume um sich, und Wassermassen verwandelten unser Auto in eine sonore Trommel.</p>
<p>Die Landschaft wurde immer dann interessant, als wir eines der kleinen Städte, eher Dörfer, passierten. Die Häuser sind wirklich ärmlich, und ich kann mir vorstellen, dass sich die Menschen ein Leben in Villareal, Mérida, oder noch weiter weg wünschen. Oder auch nicht. Etwas Malerisches haben diese Siedlungen allemal.</p>
<p>Unser Ziel auf dem Rückweg ist Izamal, eine alte Maya-Stadt aus dem fünften Jahrhundert. Die europäischen Missionare jedoch haben fast alles Antike zerstört und eigene Herrschaftssysmbole an ihrer statt errichtet. Am bemerkenswertesten ist das Kloster (&#8221;convento&#8221;) San Antonio de Padua, ein in ockergelb gehaltener Bau aus dem 16. Jahrhundert. Zu seiner Zeit hatte es wohl das größte Atrium der Welt. Zugegeben ist das etwas geschummelt. In Wirklichkeit handelt es sich um die äußere Mauer, die nach innen einige Meter überdacht ist. Bis auf diesen Bereich ist das Atrium nicht bepflastert, also eher ein Innenhof.</p>
<p>Gemeinerweise steht das Kloster exakt an der Stelle einer Maya-Pyramide, aber es geht noch fieser: Es wurde aus dem Steinen dieser Kultstätte errichtet. Das nennt man wahren, sprich ignoranten und überheblichen Kolonialismus.</p>
<p>Also besuchen wir im Regen San Antonio de Padua. Kaum betreten wir die Innereien dieses invasorischen Objekts, gesellt sich ein kleiner, älterer, sehr buckliger Mann zu uns. Er trägt eine braune Stoffhose und ein beiges Hemd, dazu eine goldene Uhr und eine passende Kette. Sein Gesicht ist nicht ganz symmetrisch, was das Klischee perfekt bedient. Etwas unverständlich fragt er Erika, ob wir Deutsche seien. Wir bejahen. Dann setzt er an, uns durch das Gebäude zu führen. Seine Formulierungen sind größtenteils unverständlich, eine gespentische Mischung aus Deutsch, Spanisch und Englisch. &#8220;Siebzehnhundertdreiundneunzig&#8221; kommt ihm wie alle anderen Jahreszahlen akzentfrei über die Lippen, genauso &#8220;Franziskaner&#8221; sowie andere Wörter und Satzbrocken. Vielleicht hat er vor langer Zeit gelernt, Führungen in mehreren Sprachen zu halten, und vermischt jetzt die Drehbücher. Oder aber er improvisiert und spricht tatsächlich Deutsch und Englisch. Der Mann führt uns Treppen hinauf und hinab, erläutert die verblassten Bemalungen an Durchgängen; schließlich kommen wir in einem purpurrot und golden verzierten Gebetsraum. Mitten in der Kargheit ein Raum wie aus einer Herrschaftsresidenz. Zum Schluss sehen wir das Kirchenschiff. Eine merkwürdige Führung.</p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2778535668/Ein-Mann-und-sein-Motorrad.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3076/2778535668_c4d72fbcd8.jpg" border="0" alt="Ein Mann und sein Motorrad" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2778535674/Ein-verwilderter-Innenhof.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3121/2778535674_9078ffdee6.jpg" border="0" alt="Ein verwilderter Innenhof" width="375" height="500" /></a></p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2778535688/San-Antonio-de-Padua.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3081/2778535688_a367949faf.jpg" border="0" alt="San Antonio de Padua" width="500" height="373" /></a></p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2778535692/Siesta-auf-Mexikanisch.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3177/2778535692_22c70c88a3.jpg" border="0" alt="Siesta auf Mexikanisch" width="375" height="500" /></a></p>
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		<title>Tourifang Chichén Itzá</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jun 2008 03:56:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Heute in Chichén Itzá gewesen, und der Titel sagt vieles. Gestern erfuhr ich, dass es zu den &#8220;Neuen Weltwundern&#8221; gehört. Soso.
Das Frühstück heute morgen war ganz gut, ich hab so ein Spezialding, das nicht auf der Karte steht. Was heißt, dass ich das bekomme, was auf der Karte steht - und zwar alles.
Mit dem Taxi [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute in Chichén Itzá gewesen, und der Titel sagt vieles. Gestern erfuhr ich, dass es zu den &#8220;Neuen Weltwundern&#8221; gehört. Soso.</p>
<p>Das Frühstück heute morgen war ganz gut, ich hab so ein Spezialding, das nicht auf der Karte steht. Was heißt, dass ich das bekomme, was auf der Karte steht - und zwar alles.</p>
<p>Mit dem Taxi fuhren wir (also Erika, Filip und der Alex) zum Fiesta Americana zur Autovermietung. Filip hat einen Jeep Liberty klargemacht, 300 Euro für sieben Tage. Die Anmeldung war natürlich superkompliziert und mit vielen Formularen und einigen Unterschriften verbunden. Wir sind hier schließlich in Mexiko, nicht in Berlin-Tegel, wo eine Unterschrift und drei Minuten Aufmerksamkeit alles regeln. Am meisten nervte mich jedoch, dass der Verkäufer so tat, als verstünde ich kein Spanisch. Ich rede zwar miserabel, etwa auf dem Nivau eines Achtzigjährigen mit fortgeschrittener Demenz (vielleicht sollte ich &#8220;taubstumm&#8221; noch hinzufügen). Aber das heißt doch lange noch nicht, dass ich genauso aufnahmefähig bin.</p>
<p>In Mérida sind Tiefgaragen zwar auch unterirdisch, aber dennoch ist es warm. Wäre das Fiesta Americana ein Schiff, dann ist die Tiefgarage der Maschinenraum, oder wie das bei Schiffen eben heißt.</p>
<p>In den Maschinenraum stiegen wir ab, um unser Auto in Empfang zu nehmen. Es schimmerte weiß, war bullig, und versprühte ein klein wenig Männlichkeit. 3,7L stand auf der Plakette am Heck. Zwei von drei Lippenpaare formten sich zu einem Lächeln, vier von sechs Augen glänzten verloren.</p>
<p>Dann ging&#8217;s los, ab nach Chichén Itzá.</p>
<p>***</p>
<p>Am Montag, den 23. Juni besuchte ich einen Zulieferer, für meinen Job hier im Mexiko. Auf dem Weg dorthin gleitete mir das Handy aus der Hosentasche. Nicht weiter wild, hätte sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz nicht ein gelber Plastikbecher mit Kaffee befunden. Aus diesem Becher zog mein Kollege das Telefon raus. Zuerst wunderte ich mich darüber, dass er sein Handy im Kaffee aufbewahrt, dann - das ist ja meins! Da in Mexiko alles entweder pikant ist oder süß, war das kein Kaffee mehr, sondern dunkelbeiges Zuckerwasser. Dass Zucker in den Innereien eines Telefons nichts Gutes anrichtet, kann sich jeder denken. Abgesehen davon, dass es nach der Brühe roch. Wobei, angenehm war das auch nicht. Der Punkt ist, es blieb schwarz.</p>
<p>***</p>
<p>Auf dem Hinweg erhielt ich eine SMS. Mein Handy ging mittlerweile wieder an, am Mittwoch morgen befreite es sich pünktlich zur Abreise aus dem Zuckernetz. Wobei, nicht ganz: Die eins hatte Dauerkontakt, und einige Tasten gingen nicht. Ich glaube, noch nie zuvor für einen Satz so lange gebraucht zu haben.</p>
<p>Das Entertainment fand kein Ende. Vor uns erschien ein Polizeiauto, und wir durften erst Mal anhalten. Der Grund? Ein herannahmendes Peloton (eine Gruppe Radrennfahrer), das so langsam fuhr, dass ich mir sicher was, es handelte sich hier um die mexikanischen Meisterschaften. Kennt jemand einen mexikanischen Top-Rennfahrer? Ich nicht.</p>
<p>Als es weiterging, wurden wir einige Meter später wieder aufgehalten: korpulenter Mann auf Straße, Ambulanz, mehr Polizei, wild gestikulierende korpulente Helfer. Gehörte sicher zum Rahmenprogramm. Oder aber einer der Kameraleute ist von seinem Mofa gestürzt.</p>
<p>Nach bester Straßenunterhaltung kamen wir gutgelaunt in Chichén Itzá an. Mitten im Dschungel, unbefleckte Natur, richtig viele Lianen, der Eingang kaum zu erkennen. Und dann - dann baut sich die Pyramide <span style="text-decoration: line-through;">mayaesthätisch</span> majestätisch auf, darauf wartend, von mir erklommen zu werden.</p>
<p>Reality Check: Wir erreichen eine Schranke mit Wärterhaus, bekommen unseren Parkschein. Der Parkplatz erinnert mich an Fantasialand. Wir laufen an einem halben Dutzend Reisebussen vorbei, steigen die drei Treppen zum riesigen Eingangsbereich empor. Dort findet sich ein Restaurant, ein kleines Museum, der Tickerverkauf, ein Kaffeestand, ein Souvenirshop und die Eingangsdrehschranken. Wir kaufen die Tickets, binden uns die grünen Bändchen ums Ärmel und passieren zusammen mit einem Strom anderer Touris (ja, ich bin leider auch einer) die Zutrittskontrolle. Wer regelmäßig im Stadium ist, fühlt sich heimisch.</p>
<p>Auf dem Weg zur Pyramide passieren wir die ersten (zwar viele, aber nur die ersten) Souvenirverkäufer. Richtig aufdringlich sind die, bin ich von Mexikanern gar nicht gewohnt. Außerdem sehe ich Ameisen, die Blatt-Stückchen transportieren. Ein Ami sagt was von &#8220;American ants would never do that!&#8221;. Super.</p>
<p>Die Pyramide ist groß, aber durch die ganzen Touristen wirkt sie sehr profan. Das ist so wie der Reichstag: Von Weitem beeindruckend, tagsüber von Nahmen betrachtet nicht mehr so. Die wartenden Besucher machen die Atmosphäre kaputt. Deshalb bin ich dort erst ab halb zehn abends ganz gerne.</p>
<p>Was es sonst noch so gibt, lese ich mir im Reiseführer an und besuche es nachher, ganz interessant. Hinter der Allee der 1.000 Säulen (oder so) komme ich mit einer rumänischen Familie ins Gespräch. Aus Bucuresti. Die machen Urlaub in Yucatán, und ich merke, das mein lückenhaftes Spanisch meine lückenhaften Rumänisch-Kenntnisse überlagert hat. Und ich dachte, die würden sich schön nebeneinander zu einem lückenlosen Gesamtbild fügen.</p>
<p>&#8220;Very cheap, one piece one Dollar&#8221; lautet auf Spanisch übrigens: &#8220;Dos por diez, dos por diez, andale!&#8221;. Was auch das Prinzip der Verkäufer hier beschreibt: Sprichst du Spanisch, fällt der Preis schon um die Hälfte. Ich habe auch noch verhandelt, und zwei ganz nette Masken für einen Spottpreis erworben. Beim Einpacken gab&#8217;s sogar ein leises, aber umso hasserfüllteres &#8220;hijo de puta&#8221; gratis dazu.</p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2774902791/chichen-itza.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3073/2774902791_d26f00d0c8.jpg" border="0" alt="Chichén Itzá" width="375" height="500" /></a></p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2775753362/die-pyramide-von-chichen-itza.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3066/2775753362_04ec12b296.jpg" border="0" alt="Die Pyramide von Chichén Itzá" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2774902777/souvenirs-souvenirs.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3265/2774902777_964762e75b.jpg" border="0" alt="Souvenirs, Souvenirs" width="500" height="375" /></a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mérida, 14:15 Uhr, feucht</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 03:23:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[&#8230;und die Frisur sitzt.
Bin heute in Mérida gelandet, pünktlich um 13:40. Bis ich aus dem Flugzeug rauskam, mein Gepäck abgeholt habe und den Ausgang fand, dauerte es noch so eine halbe Stunde.
Dann kam er, der Feucht-Schock!
Bis dahin verbrachte ich meinen Tag sehr klimatisiert. Um 5:30 Uhr aufstehen, Sachen packen (ich pack doch nicht am Abend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;und die Frisur sitzt.</p>
<p>Bin heute in Mérida gelandet, pünktlich um 13:40. Bis ich aus dem Flugzeug rauskam, mein Gepäck abgeholt habe und den Ausgang fand, dauerte es noch so eine halbe Stunde.</p>
<p>Dann kam er, der Feucht-Schock!</p>
<p>Bis dahin verbrachte ich meinen Tag sehr klimatisiert. Um 5:30 Uhr aufstehen, Sachen packen (ich pack doch nicht am Abend vorher), duschen, frühstücken, Taxi suchen. Bin mit meinem Koffer 200 Meter bis zur Ecke Zaragoza-Tecnológico gelaufen, dann in die Tecnológico eingebogen, bis zum Tope, direkt vor dem Oxxo. Dann kam mir ein gelber Tsuru entgegengefahren. Der Fahrer sah aus wie ein Professor; oder so, als würde Jack Nicholson einen Professor spielte, der Taxi fährt. Schwarze Anzugshose mit perfekter Bügelfalte, weißes kurzämliges Hemd, die ersten zwei Knöpfe offen. Auf dem Weg zum Busbahnhof unterhielten wir uns über Mozart und Beethoven, ich gab mein ganzes Wissen preis, was die 15 Minuten fast ausfüllte. Die restliche Zeit erzählte er mir davon, dass Yucatán eine der schönsten Gegenden der Welt sei (&#8221;una de las régiones más bonitas ¡del mundo!&#8221;), mit erhobenem Zeigefinger und - dazu passend - leicht erhabenem Blick. 40 Peso hat er mir abgenommen, absolut fair. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass zumindest in Querétaro die Taxen kein Taximeter haben.</p>
<p>Das Taxi war nicht klimatisiert, der Bus aber schon. Ich kam kurz vor 7:00 Uhr am Terminal an, und die Fahrkarte, die ich eben erwarb, führte mich zehn Minuten später in den Bauch eines Erste-Klasse-Reisebusses nach México City. Ich würde also deutlich zu früh am Flughafen ankommen.</p>
<p>Superentspannt checkte ich ein, und holte mein Ticket ab. Aeroméxico, Flug AM531, Abflug um 11:55 Uhr. Ich hatte also noch 80 Minuten. Also nochmal frühstücken, und den neuen Economist kaufen (für die astronomische Summe von 78 Peso). Titelthema: Erneuerbare Energien. Wirklich gut.</p>
<p>Der Flug verlief problemlos, in einer ziemlich neuen Boeing 737. Natürlich klimatisiert, alles andere hätte meinen Tod bedeutet. Ich war beim Landeanflug etwas überrascht, nicht direkt am Strand angekommen zu sein. Hatte ich erwähnt, mich keine Sekunde informiert zu haben? Mérida ist, soweit ich es überblicken konnte, von ausgedehnten Waldgebieten umgeben. Der Strand ist, wie ich später erfuhr, 35 km entfernt.</p>
<p>Der Feuchtschock also.</p>
<p>Ich schritt durch die Flughafentür wie durch ein Portal in eine andere Welt, die Feuchtigkeit und die Hitze, eine extreme Schwüle empfing mich wie einen ungebeten Gast. Das Taxi ins Zentrum, in mein Hotel (Ambassador, ganz okay), kostete mich 140 Peso, den offiziellen Flughafenpreis. Für fünf Kilometer oder so find ich das ein Statement.</p>
<p>Feucht hier, ist das immer so?, fragte ich den etwas dicklichen Taxifahrer, der mir versicherte: Ja, ist immer so.</p>
<p>Mein Hotelzimmer empfing mich mit zwei Betten und stehender feuchter Luft. Gleich mal die Klimaanlage eingeschaltet, die aber eher ein Ventilator in Klimaanlagengehäuse war. Also nicht so der Bringer.</p>
<p>Ich hatte mein Deutschland-T-Shirt aus dem Zara an, es war der Tag gegen die Türkei. Berlin brennt! Ab zu Filips Hotel, nur 300 Meter die Straße rauf, und nach dem Zimmer gefragt. An die Tür geklopft, Erika <span style="text-decoration: line-through;">empfangen</span> begrüßt, Filip begrüßt, Spiel geguckt. Oder zumindest, so viel es ging. Ein Tor hatte ich verpasst, das von Schweinsteiger bejubelt, dann kam eine Unterbrechung nach der nächsten. Aahh! Immerhin lief der Kommentar noch. Kurz: Fi-nale, oh-oh; Finale, oh-oh-oh-oh!</p>
<p>Später haben wir uns die Altstadt ein wenig angeschaut, ganz hübsch. Aber Querétaro find ich toller. Und in einem Restaurant gegessen, das teuer war, voller aggressiver Mücken, und schlechtes Essen servierte. Nicht zu empfehlen. An den Namen erinnere ich mich nicht mehr.</p>
<p>ich bin gespannt auf das Frühstück morgen.</p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2774308047/erika-filip-und-ein-maya.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3244/2774308047_e1ae8d0cb7.jpg" border="0" alt="Erika, Filip und ein Maya" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2774308055/traditioneller-webstuhl.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3129/2774308055_b30694b7d0.jpg" border="0" alt="Traditioneller Webstuhl" width="500" height="375" /></a></p>
<p><a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2775197540/eine-seitenstrase-in-merida.html"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3241/2775197540_b4be6dec36.jpg" border="0" alt="Eine Seitenstraße in Mérida" width="500" height="375" /></a> <a class="tt-flickr tt-flickr-Medium" href="http://www.gitched.de/fotos/photo/2775197540/Eine-Seitenstrae-in-Mrida.html"><br />
</a></p>
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		<title>Europameisterschaft, und ich bin ausgeschlossen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jun 2008 06:20:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Wieso findet die Europameisterschaft in Europa statt? Es könnte zur Abwechslung doch auch mal in Asien gekickt werden, oder in Südamerika. Immerhin heißt es, die &#8220;Euro&#8221; sei die einzig echte Weltmeisterschaft. Außerdem ist der französische UEFA-Präsident Michel Platini doch sonst so innovativ, den Gruppenmodus hat er schon Mal wunderbar verändert. Deutschland kann auf die guten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wieso findet die Europameisterschaft in <span style="text-decoration: underline;">Europa</span><strong> </strong>statt? Es könnte zur Abwechslung doch auch mal in Asien gekickt werden, oder in Südamerika. Immerhin heißt es, die &#8220;Euro&#8221; sei die einzig echte Weltmeisterschaft. Außerdem ist der französische UEFA-Präsident Michel Platini doch sonst so innovativ, den Gruppenmodus hat er schon Mal wunderbar verändert. Deutschland kann auf die guten Teams der Gruppen C und D erst ab dem Halbfinale treffen. Und wer bei Punktegleichstand weiterkommt, entscheidet nicht mehr die Tordifferenz, sondern der direkte Vergleich - so ein Käse. Ich prophezeihe Belauerungstaktik und viele späte Tore in der Gruppenphase. Die ersten vier Spiele jedenfalls zeigten in diese Richtung. Und Schland! hat gewonnen, mit Polen gegen Polen sozusagen.</p>
<p>Mein Tipp: Finale Deutschland - Niederlande, oder alternativ Deutschland - Rumänien. Die letzten sind heute dran, mit dem Kick-off der &#8220;Todesgruppe&#8221; C. Ach ja, Spanien wird wieder nichts reißen. Und Portugal scheidet spätestens im Viertelfinale aus. Italien hat Potenzial, wird sich aber Holland und Rumänien beugen müssen in der Gruppe. Frankreich? Nun ja, vorletzter EM-Platz, knapp vor den Österreichern.</p>
<p>Dummerweise werde ich kaum ein Spiel sehen können - muss arbeiten. Die frühen Spiele beginnen um elf, die späten um 13.45 Uhr. Ganz abgesehen davon, dass ich auf Fanmeile und Grillen verzichten muss. Immerhin habe ich ein Deutschland-Shirt, produziert von einem spanischen Unternehmen, dessen Namen mit &#8220;Z&#8221; beginnt und mit &#8220;A&#8221; endet; zwei weitere Buchstaben dazwischen. Todschick, sag ich euch. Vor allem in Verbindung mit meinem Deutschland-Hut von der WM. Nur fotografieren lassen möchte ich mich nicht. Offener Patriotismus ist sooo 2006.</p>
<p>Vom spannenden Geschehen &#8216;auffm Platz&#8217; mal abgesehen - ist schon mal jemandem aufgefallen, dass 2008 das Jahr der Neo-Napoleons wird? Zuerst der kleine Nicolas mit toller PR, zwischendurch (jetzt) der kleine Michel mit der Euro, danach wieder Nicolas mit der EU-Ratspräsidentschaft. Ich hänge meine Fahne da hin, wo der Wind am lautesten bläst, und rufe (damit man mich hört): Allons, allons enfants! Et: Vive la France!<br />
(Aber die Franzosen kommen dennoch nicht weiter. Bah!)</p>
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		<title>Serviceland Mexiko</title>
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		<pubDate>Wed, 28 May 2008 04:01:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Der Service hier ist klasse, manchmal beleidigend gut für den europäischen Geschmack. Nur zwei Beispiele: Gute Bedienung bedeutet, dem Gast die Bierflasche, das Wasserglas oder was auch immer - wörtlich - aus der Hand zu nehmen, sobald er den letzten Schluck getan hat. Teilweise auch vorher. Gute Bedienung heißt auch, dass grundsätzlich doppelt so viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Service hier ist klasse, manchmal beleidigend gut für den europäischen Geschmack. Nur zwei Beispiele: Gute Bedienung bedeutet, dem Gast die Bierflasche, das Wasserglas oder was auch immer - wörtlich - aus der Hand zu nehmen, sobald er den letzten Schluck getan hat. Teilweise auch vorher. Gute Bedienung heißt auch, dass grundsätzlich doppelt so viele Servicekräfte angestellt sind als nötig wären. Ab und an nehmen gleich zwei Personen die Bestellung auf; ganz zu schweigen davon, dass sie sofort zur Stelle sind.</p>
<p>Die Arbeitslosigkeit liegt im Land bei 3,5%. Jetzt weiß ich auch wieso. Ich bin gespannt, wie lange die Leute hier noch für 1,50 € die Stunde arbeiten. (Hoffentlich noch bis Ende Oktober.)</p>
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		<title>Autos</title>
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		<pubDate>Mon, 19 May 2008 02:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Dacia heißt Nissan, Opel Chevrolet. Dazu viele Marken, die erkennbar aus den USA stammen: Dodge, Lincoln, Cadillac, Chrysler, Ford, GMC, Hummer, Jeep, Toyota (Ja, ich meine die US-Modelle!), Ambassador (die alten Schlitten), Mercury, Pontiac.
Das Alter bewegt sich zwischen prähistorisch-klapprig-verrostet-stinkend und Leasing-neu. Vereinzelt sehe ich auch Audi TT und Bentley. Von den europäischen Marken ist VW [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dacia heißt Nissan, Opel Chevrolet. Dazu viele Marken, die erkennbar aus den USA stammen: Dodge, Lincoln, Cadillac, Chrysler, Ford, GMC, Hummer, Jeep, Toyota (Ja, ich meine die US-Modelle!), Ambassador (die alten Schlitten), Mercury, Pontiac.</p>
<p>Das Alter bewegt sich zwischen prähistorisch-klapprig-verrostet-stinkend und Leasing-neu. Vereinzelt sehe ich auch Audi TT und Bentley. Von den europäischen Marken ist VW am Größten (hey, hier röhren 2000er-Modelle vom Käfer; mit Kat, Alarmanlage, elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage), gefolgt von &#8212;- vielleicht Fiat.</p>
<p>Nissan aus Japan ist bekannt für seine Haltbarkeit. Fast alle Taxen sind Nissan Tsurus, mit ihnen fährt man zehn Jahre (das entspricht einer Million Kilometer). Dann muss ein neuer Wagen her. Taxen in Querétaro dürfen nicht älter sein. Neulich lamentierte ein Fahrer deswegen: Was das denn soll, man kann Autos doch gut erhalten, auch bei dieser Kilometeranzahl. Der Herr hat bestimmt recht. Ich war dennoch froh, in seinem neuen Gefährt (40.000 km, also fünf Monate alt) Platz genommen zu haben.</p>
<p>Autos kauft man neu oder semi-neu. Informierte Kreise berichten, dass US-Semis um zehn Jahre alt sein müssen, um importiert werden zu dürfen. Neuwagen werden über fünf bis sieben Jahre finanziert, dann wird die Karre erneuert. Modefarben sind weiß und schwarz.</p>
<p>Das Benzin wird vom Staat subventioniert, daher ist es billig, etwa 45 Cent pro Liter bleifrei. Die Oktanzahl bewegt sich in unteren 80er-Regionen. Die gesamte Petroindustrie befindet sich übrigens in Volksbesitz, die Tankstellen (Pemex) werden so weit ich weiß als Franchise geführt. Angenehm ist der Service, du musst nicht aus dem Auto steigen.</p>
<p>Puh, es gibt noch viel mehr über Autos zu berichten. Hebe ich mir für später auf.</p>
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